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Beton und Design

Zement, Wasser, Sand, eine Form und kühne Ideen, das sind die wichtigsten Zutaten. Beton inspiriert die Gestalter zu Tischen, Badewannen und Küchen, zu Kerzenleuchtern und Eierbechern, zu Uhren, Stiftablagen und Schalen, zu Perlenketten und Pendelleuchten. Sogar Manschettenknöpfe oder Betonschiffe gibt es.

Möbel, Schmuck und Accessoires aus Beton

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© steininger.designers gmbh, Foto: Catherine Roider; © Sascha Czerny; © VITEO

Beton ist ein faszinierender Werkstoff, der vielfältig formbar und gestaltbar ist. Immer mehr Menschen entdecken die kreativen Möglichkeiten des edlen Baustoffs bei der Gestaltung ihres Wohnbereichs. Vor allem in Küche und Bad hat Beton Einzug gehalten, aber auch für den Garten bietet er für jeden Bedarf eine qualitativ hochwertige und zugleich kostengünstige weil langlebige Lösung. Möbel und Wohnaccessoires aus Beton erfreuen sich ebenfalls immer größer werdender Beliebtheit, dafür sorgen die ständigen Innovationen der Hersteller. Mit neuen Hochleistungsbetonen wurden in den letzten Jahren technische Betoneigenschaften wie Druckfestigkeit, Verschleißwiderstand und Dauerhaftigkeit noch weiter verbessert. Immer filigranere Formen mit feinkörniger Struktur und dichten Oberflächen eröffnen neue Anwendungen rund um Haus und Garten. So vielfältig die Einsatzbereiche, so vielfältig sind auch die Formen, Farben und Oberflächen moderner Betonelemente. Die natürlichen Gesteinskörnungen und die verschiedenen Arten der Oberflächenbearbeitung - von flammgestrahlt rau über gestockt, scharriert oder feingeschliffen bis hin zu hochpoliert glänzend – geben dem Betonstein seine eigene, charakteristische Optik und Oberfläche. Die große Flexibilität der Herstellbetriebe ermöglicht es zudem, über ein umfangreiches Standardprogramm hinaus, Sonderwünsche hinsichtlich Farbe, Format und Formgebung in nahezu jeder beliebigen Abstufung zu realisieren. Ideenreiche Kombinationen mit anderen Materialien wie Glas, Holz oder Metall liegen im Trend und schaffen im Wohnbereich besonders spannende Kontraste. Den Imagewandel vom Stiefkind zum Aufsteiger in der Designszene hat Beton bereits erfolgreich vollzogen. Der Baustoff polarisiert, man mag ihn oder eben nicht.

Accessoires aus Beton

Schmuck

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Foto: Thomas Hauser, Atelier Allure

Mit handwerklich höchster Präzision lassen sich aus dem grauen Baustoff die filigransten Schmuckstücke herstellen. Beton wiegt etwa 2,3 Gramm pro Kubikzentimeter – dasselbe Volumen in Gold hat mehr als das siebenfache Gewicht! Der Wiener Schmuckmacher Thomas Hauser verwendet für seine Schmuckkreationen eine Materialkomposition, die er "Edelbeton" nennt. Für sein 3-Ringe Konzept "AAA" wurde er mit dem international angesehenen "Red Dot Design Award" ausgezeichnet. Nur etwas mehr als ein Millimeter dick ist der Betonkörper, der in mehreren Schichten auf die Ringe aufgespritzt wird. Am Ende wird der Beton noch geglättet und poliert. Trotz serieller Fertigung ist jeder Ring ein Unikat, da Beton jedes Mal ein anderes Muster bei der Herstellung hervorbringt. www.atelierallure.com

Schmucke Uhren

Betonuhren

Designer Dzmitry Samal startete seine Karriere als Designer für italienische und französische Autohersteller wie Stile Bertone oder Renault. Schon bald erkannte er seine Leidenschaft für Mode und Produktdesign. Auf die Frage, warum er Beton für den Entwurf seiner extravaganten Uhrenkollektion gewählt hat, meint er: "Beton ist ein nobles, modernes, ehrliches und robustes Material, aus dem auch unsere Häuser und Straßen gebaut werden. Das Design ist anspruchsvoll und zeitgemäß." Die eleganten Zeitmesser mit dem Qualitätslabel "Swiss made" wurden in limitierter Auflage in sechs verschiedenen Ausführungen gefertigt und sind exklusiv über die Webpage www.dzmitrysamal.com erhältlich.

Schmucke Accessoires

Katalin und Andras Ivanka, ein Designerpaar aus Budapest, experimentieren seit 2003 mit der Verbindung von Betontechnologie und Design. Vom feschen Anhänger über noble Buchstützen und Bilderrahmen bis hin zum coolen Weinkühler und zur stilvollen Wanduhr reicht die Palette. Die filigran gestalteten Ausstellungsstücke strahlen in ihrer zeitlosen Ursprünglichkeit eine neue Art von Stil und Eleganz aus. Die dauerhafte Ausstellung ist im C3 Atelier powered by Holcim zu sehen. Absolut empfehlenswert! Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Marko Haberhauer vom C3 Atelier: www.c3atelier.com.

Betondesign im Outdoor-Bereich

Hier dreht sich alles um Betonmöbel für den Außenbereich. Möbeln aus Beton liegen bei der Gestaltung von Parkanlagen schon lange  im Trend - unser Baustoff findet aber auch immer mehr Einzug in privaten Gärten. Neben den vielseitigen Formen, Farben und Oberflächen moderner Betonwerksteine steht nämlich der Vorteil der hohen Dauerhaftigkeit und der leichten Reinigungsmöglichkeit.

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© www.manufactum.at , © www.graulicht.com, © VITEO, © pezzo per pezzo

Grillen

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"Concrete Design Award 2013 -
BARBECUE EDITION 25" - Donauwelle
Feuerschale "Low Collection"
Feuerstelle "Low Collection" (© VITEO)

Ab 2014 wird stufenweise mit der Umsetzung und Erneuerung der Grillmöbel auf der Donauinsel begonnen. Die Abteilung Wiener Gewässer (MA 45) lud gemeinsam mit der Österreichischen Zementindustrie und dem Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke Studentinnen und Studenten zu einem Design-Wettbewerb "Concrete Design Award 2013 - BARBECUE EDITION 25" ein. Die TeilnehmerInnen sollten ein attraktives, vielseitig nutzbares Stadtmöbel als multifunktionale Tisch-Bank-Kombination mit integriertem Griller schaffen, das wartungsfreundlich, UV- und wetterbeständig, vandalenresistent und besonders langlebig sein sollte. Das Modell "Donauwelle" ging aufgrund des klaren Konzepts und der eleganten Formensprache als Favorit hervor und soll die alten Grillstationen ab 2014 Schritt für Schritt ersetzen.

Exklusiv im Design ist auch der Feuertisch 90 aus der Pure Collection von Viteo: ein dunkelgrauer bodennaher Betonteil, der mit einem schwenkbaren Grillaufsatz ergänzt werden kann und echt Lagerfeueratmosphäre vermittelt. Auch die Feuerstelle aus der Low Collection eignet sich hervorragend für gemütliche Grillfeste. Das steirische Unternehmen Viteo entwirft und produziert Möbel für den Außenbereich und vertreibt diese weltweit. 2013 gab es für Geschäftsführer und –mitbegründer Wolfgang Pichler gleich zwei Gründe zu feiern: 10 Jahre Viteo und den "Red Dot Design Award" für die Kategorie Produktdesign. www.viteo.com

Chillen

Bei der Neugestaltung der Sitzmöbel an der Seepromenade des Klopeiner Sees hat die Firma Rauter spezielle Betonfertigteile, die sich klar vom normalen Betongrau abheben sollen, hergestellt. Durch Weißzement konnte der gewünschte Farbton sehr präzise erzielt werden. Die Herausforderungen für Rauter lagen im Detail: Die Form der geplanten Sitzmöbel war mehr als ausgefallen. Die Sitzmöbel sollten außerdem in Sichtbeton-Qualität ausgeführt werden. Rauter hat auch diese Herausforderung durch größte Sorgfalt beim Einfüllen und anschließenden Verdichten des Betons gemeistert. Die Betonobjekte sorgen für architektonische Abwechslung und werden von den Flaneuren an der Seepromenade gut angenommen. www.rauter.at

Möbel Campus WU Wien
   WU-Möbel (© www.graulicht.com)

Das Designerduo Rupert Zallmann und August Kocherscheidt von Graulicht und Madame Mohr hat für den Außenbereich des neuen Campus der WU Wien Möbel entwickelt. Das Ergebnis ist eine lebhafte, weiche Betonfläche, die sich wie eine Wolke über den Platz ausbreitet und nur punktuell von einem Wald dünner Stangen getragen wird. Ohne vordefinierte Sitz- und Liegepositionen, wie bei klassischen Möbeln, darf hier der Benutzer seine eigene Körpersprache wählen und die Möglichkeit einer entspannten Körperhaltung nutzen. Dies wird ermöglicht durch die Verwendung von Textil-Beton. Einem Beton, der durch eine 13 mm dicke Textilschicht verbunden ist und somit in die unterschiedlichsten Formen gebracht werden kann. www.graulicht.com

pezzo per pezzo
Wellnessliege "Branda" (© pezzo per pezzo)

Ein eigenes Label für Betondesign haben die beiden Münchner Architekten und Designer Andreas B. Maier und Josef Gose mit "pezzo per pezzo" gegründet. Mit der Wellness-Liege "branda" ist ihnen dabei ein besonderer Coup gelungen: Trotz des hohen Gewichts scheint das Modell gleichsam zu schweben. Diesen Effekt bewirkt eine zweite Schale, welche die Linien der Liegefläche optisch nachahmt und gleichzeitig stützt. "Ihr Gewicht ist sozusagen eine eingebaute Diebstahlsicherung für den Außenbereich", kommentiert Maier die serienmäßigen Entwürfe aus selbstverdichtendem Hochleistungsbeton. Abgesehen von manchmal aufwändig zu fertigenden Gussformen sieht er bezüglich Herstellung keinerlei Probleme. "Wir haben schnell festgestellt, dass Beton ein guter Werkstoff für Möbel ist und dass hier Nachfrage nach gutem Design besteht." www.pezzoperpezzo.de

Blumentöpfe & Co

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      Vogelhaus von manufactum
      (© www.manufactum.at)

Es gibt neben Betonmöbeln eine ganze Bandbreite an vorgefertigten Produkten. Zahlreiche funktionale Details wie Briefkästen, Sprechanlagen oder Mülltonnen-Schränke lassen sich problemlos in Tore, Zäune und Pfosten aus Betonwerkstein integrieren. Gartenmauern, Palisaden, Pflanzgefäße – sie alle verleihen dem "Sommerwohnzimmer" ein persönliches und stimmungsvolles Ambiente. Mit einem Sperlingskoloniehaus aus Holzbeton z.B. bietet man den gefiederten Freunden im Garten Schutz und ein Heim für ihre Brut. Das Haus kann vielseitig montiert oder auch in die Hauswand integriert werden. www.manufactum.at

Ein schöner Garten zeichnet sich auch durch die farbenfrohe und dekorative Inszenierung von Pflanzen aus. Ein Gefäß aus Beton garantiert Pflanzen im Freien einen stilvollen Rahmen über das ganze Jahr. Solide Wertbeständigkeit und absolute Frostbeständigkeit sind die herausragenden Vorteile der Gefäße in antiker oder moderner Optik. Reizvolle Accessoires wie Kerzenhalter oder Lampen aus Beton setzen zusätzlich wunderschöne Akzente. Solche kleinen Projekte wie sind auch schnell selbst gemacht! Die beiden schwedischen Expertinnen Susanna Zacke und Sania Hedengren zeigen in ihren Büchern "Lust auf Beton" und "Basteln mit Beton & Trödel", wie man ganz leicht aus Beton die schönsten Dinge gießt.

Beton dringt als Werkstoff immer tiefer in die Welt des Interieur-Designs vor

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"Waschtisch" von Sascha Czerny
(Foto: © Sascha Czerny)

Möbel und Wohnaccessoires aus Beton werden immer beliebter, denn sie verleihen einem Raum das gewisse Etwas. Die Kombination mit warmen Farben und Materialien nimmt dem Material die Strenge, ohne dass der klare und moderne Look verloren geht. Nicht nur für Bad und Küche, auch für den gesamten Wohnbereich entdecken Designer und Künstler das Material wegen seiner Vielseitigkeit völlig neu. Beton ist robust, günstig und formbar und bietet dazu verblüffende, optische wie haptisch-sinnliche Erfahrungswerte. In den 1990ern machte Architekt Tadao Ando den künstlichen Stein salonfähig. Damals wurde der Baustoff eher als Exot in der Möbelwelt betrachtet. Heute setzen Betonmöbel innenarchitektonische Akzente. Auch Sascha Czerny gilt als Pionier auf dem Gebiet von Betonmöbeln, denn er fertigte bereits vor über zehn Jahren Regale aus Beton. Mittlerweile hat er eine eigene Manufaktur in Berlin, wo eine große Bandbreite verschiedener Einrichtungsgegenstände wie Waschtische, Lampen und Uhren entworfen und produziert werden. Markenzeichen der Manufaktur ist die Präzision in der Herstellung und im Detail. Für seine Regale aus Beton entwickelte der Designer ein standardisiertes System aus mehreren Modulen, die maßtechnisch kompatibel und unbegrenzt erweiterbar sind. Mehr dazu finden Sie unter www.wertwerke.de

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"2gether" von Daniel Meise
(Foto: © Susanne Stemmer)

Auch in Österreich haben Designer den Baustoff Beton für sich und ihre Kreationen längst entdeckt. Daniel Meise verwendet bei der Herstellung seiner Produkte einen mit Glasfasern vermischten Beton und erreicht somit eine enorme Festigkeit bei geringer Materialdicke. Das Modell "2gether" besteht aus zwei Kuben, die unterschiedliche Höhen und nur eine Richtung haben, in der die Kanten zueinander passen. Dadurch ergeben sich mannigfaltige Aufstellungsmöglichkeiten. Die Unterseite kann aufgrund der geschlossenen Form gleichzeitig als Ablage und Stauraum verwendet werden. www.dmeise.com


Beton in Bad und Küche

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20px "BETONKüche10" von Martin Steininger
(© steininger.designers gmbh,
Foto: Catherine Roider)

Moderne Hochleistungsbetone haben im Bad ganz neue Dimensionen im Design eröffnet. Denn sie erlauben nicht nur die Herstellung schlanker und damit leichter Bauteile, sondern ermöglichen Betonwerksteinmöbel mit porenarmen Oberflächen und scharfen Kanten – in allen Formen und Farben. Ob rund oder eckig, hängend oder freistehend – mit Beton ist alles möglich: Waschtische, Wannen, Duschkabinen aus einem Guss. Großformatige Betonwerksteinelemente sorgen für ein außergewöhnliches Badambiente. Die fugenlosen Oberflächen sind außerdem leicht zu reinigen. Gerade Waschbecken lassen sich mit Beton aufgrund seiner Formenvielfalt gut realisieren.
Die Küche präsentiert heute mehr als nur einen funktionellen Kompromiss, sie ist Lifestyle und kennt als Erlebnisraum keine Grenzen. Insbesondere Arbeitsplatten und Abdeckungen von Küchenmöbeln aus Betonwerkstein sind funktional und wirken formschön. Individuell eingefärbt, feingeschliffen und oberflächenbehandelt bilden sie einen harmonischen Einklang mit Boden und Wand. Mit Betonelementen entsteht eine unverwechselbare Individualität: ob optimierte Arbeitsfläche, kompletter Küchenblock oder fugenlose Theke. Die Küche gilt als Mittelpunkt des Familienlebens. Klares Design und schlichte Eleganz verleihen diesem wichtigen Raum Charakter.

In der Manufaktur Steininger in St. Martin/OÖ werden seit 10 Jahren Elixiere gemischt, die den Betonoberflächen individuelle Poren und Farbnuancen erlauben. Der Designer Martin Steininger weiß um die Vorteile von Beton: Hitzebeständig und lebensmittelecht ist der Baustoff wie gemacht für den Einsatz in der Küche. Die "BETONKüche 10" wurde aus nur 8 mm dünnem Beton gefertigt und gewann 2012 den renommierten red dot design award. www.steininger-designers.at

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20px Waschtisch-Modul-System von manufactum
(Foto: © www.manufactum.at)
 

Die Küche für Hof und Garten von Manufactum ist ein winterfestes Waschtisch-Modul-System, das der Küche im Haus um nichts nachsteht und zudem beliebig erweitert werden kann (z.B. mit Regalen oder einem Grillmodul). Waschbecken und Auflagen aus Beton werden einzeln gegossen und, um die Materialdichte zu erhöhen, gerüttelt, dann mitsamt der Verschalung bei ca. 20 °C für 24 Stunden gelagert, ausgeschalt und eine Woche gewässert, um abschließend drei Wochen lang zu trocknen. Das rund 70 kg schwere Betonbecken des Waschtisches fasst 35 l. www.manufactum.at

Der gebürtige Schweizer Andreas Keel hat ein innovatives Unternehmen gegründet, das sich der Entwicklung von High End Anwendungen von Beton verschrieben hat. "Wir verwenden nur handgemischten Hochleistungsbeton, der auf Druck viermal härter und beständiger ist als normaler Beton", erläutert der Geschäftsmann. Gemeinsam mit dem aufstrebenden aus Österreich stammenden Designer Philipp Bruni schafft Keel Produkte, die gutes Design mit Beton verbinden und durch Ästhetik überzeugen.
www.dade-design.com

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