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Emissionen

Die Bilanzierung der Luftschadstoffemissionen der österreichischen Zementindustrie und die damit in ursächlichem Zusammenhang stehenden Produktions- und Betriebsdaten sowie deren Kommentierung erfolgt durch Ass.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Gerd Mauschitz von der Technischen Universität Wien, einer unabhängigen dritten Stelle. Veröffentlicht werden diese Daten in regelmäßigen Berichten mit dem Titel "Emissionen aus Anlagen der österreichischen Zementindustrie". Mit dem aktuellen Studienbericht liegt eine geschlossene Reihe von Veröffentlichungen über mehr als zwei Jahrzehnte vor. Die Summe dieses Datenmaterials stellt eine wichtige Orientierungshilfe für die Formulierung und Verfolgung von technischen und strategischen Zielen der österreichischen Zementindustrie dar.

Die dem aktuellen Studienbericht zugrunde liegende Emissionsinventur umfasste alle österreichischen Zementwerke mit Klinkerproduktionsanlagen. Mahlwerke wurden ebenso wie in vergangenen Erhebungen nicht in die Emissionsinventur aufgenommen. Die Datenermittlung erfolgte in individueller Weise durch Erfassung und Auswertung der werkseigenen Aufzeichnungen. Darüber hinaus waren die im Auftrag des jeweiligen Werksbetreibers erstellten Prüfberichte und Gutachten von unabhängigen Instituten und wissenschaftlichen Einrichtungen eine wichtige Datengrundlage. Die so erfassten und in ihrer Dokumentation überprüften werksspezifischen Analysedaten lagen je nach Schadstoff entweder als mehrmals jährlich durchgeführte Einzelmessungen oder – sofern es sich um kontinuierlich erfasste Schadstoffe handelt – als Halbstundenmittelwerte vor. Die Schadstoffe bzw. Schadstoffgruppen staubförmige Emissionen, Stickoxide und Schwefeldioxid wurden im Bilanzzeitraum in allen österreichischen Zementwerken kontinuierlich überwacht.

Weitere Details zur Datenerfassung, -ermittlung und -verfügbarkeit sowie zu den Ergebnissen der Emissionsinventur für das Jahr 2014 finden Sie hier: pdfEmissionen 2014381.29 KB

Alle vorangegangenen Berichte über "Emissionen aus Anlagen der österreichischen Zementindustrie" finden Sie im Archiv unter Publikationen: Emissionsberichte.

Emissionshandel

Die Zementindustrie zählt zu den vom Kyoto-Abkommen am stärksten betroffenen Branchen in Österreich. Der Handel mit Emissionszertifikaten soll helfen, die globalen Emissionsreduktionen in der kosteneffizientesten Form zu realisieren.

Seit dem 1. Jänner 2005 dürfen dem Emissionszertifikategesetz EZG unterliegende Anlagen nur mehr dann betrieben werden, wenn sie über Zertifikate zum Ausstoß von Kohlendioxyd (CO2) verfügen. Die Zuteilung der Zertifikate für die erste Handelsperiode (von 2005 bis 2007) erfolgte Anfang des Jahres 2005. Die Ausgabe der Zertifikate erfolgt auf Grundlage des "Nationalen Zuteilungsplanes" des Umweltministeriums in drei gleichen Tranchen. Benötigt eine Anlage mehr Zertifikate, als ihr zugeteilt wurden, muss der Betreiber dieser Anlage Zertifikate zukaufen. Benötigt eine Anlage weniger Zertifikate als zugeteilt, kann der Betreiber Zertifikate verkaufen. Der Handel von Emissionszertifikaten unterliegt der Europäischen Richtlinie 2003/87/EG. Darin werden die notwendigen Voraussetzungen, die Funktionsweise und die Kontrollorgane des Handels mit Zertifikaten innerhalb der EU, aber auch mit Ländern außerhalb des Gemeinschaftsraumes, geregelt.

Der Kauf, Verkauf und Handel mit Emissionszertifikaten steht grundsätzlich jedermann frei. Einzige Voraussetzung dafür ist die Einrichtung eines Kontos bei einer autorisierten Registerstelle innerhalb der EU. Transaktionen von Zertifikaten unterliegen allerdings einer sehr strengen Kontrolle durch nationale und europäische Register- und Kontrolleinrichtungen. Die nationale Kontrollfunktion wird im Auftrag des BMLFUW vom Umweltbundesamt (UBA) wahrgenommen.

CO2 und Energieeffizienz

Weltweit ist die Zementindustrie für ca. 5% des anthropogenen CO2-Ausstoßes verantwortlich. Auch in Österreich ist der Anteil der Zementindustrie mit 3,5% durchaus signifikant. Während in vielen Teilen der Welt noch ca. 1 Tonne CO2 pro Tonne Zement durchschnittlich freigesetzt wird, waren es in Österreich 2010 nur 574 kg/t Zement. Ermöglicht wird dieser europäische Spitzenwert durch den Einsatz modernster Ofentechnologie, einen optimierten Klinkeranteil im Zement und einen kontinuierlich gesteigerten Einsatz von alternativen Brennstoffen.

Der Reduktion von CO2-Emissionen bei der Zementklinkerherstellung sind allerdings natürliche Grenzen gesetzt. 2/3 stammen aus den naturbedingten Prozessemissionen der Dekarbonatisierung des Kalksteins. Das restliche Drittel wird aus den Brennstoffen emittiert.

Grundsätzlich gibt es drei technische Möglichkeiten, die CO2-Emissionen der Zementerzeugung zu reduzieren:

  1. Die Steigerung der Energieeffizienz
  2. Die Minderung des Klinkeranteils im Zement durch die Steigerung anderer Hauptbestandteile
  3. Den Ersatz (Substitution) von fossilen Brennstoffen durch Alternativbrennstoffe und Biomasse