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Echte Handarbeit – innerstädtischer Betonstraßenbau in höchster Perfektion

Am Landstraßer Gürtel wird derzeit eine Ersatzfahrbahn errichtet und die bestehende Fahrbahn umgelegt, denn ab Herbst soll die eigentliche Baustelle in Angriff genommen werden: die ASFINAG plant gemeinsam mit der Stadt Wien eine Unterführung zur niveaufreien Einbindung der A23 in den Landstraßer Gürtel. Bis 2013 wird das Gesamtbauwerk abgeschlossen sein. Ziele der Neugestaltung sind die Verbesserung der Verkehrsqualität und Leistungsfähigkeit der Anschlussstelle, die Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Bündelung und Entflechtung der Verkehrsströme und die Optimierung der Lebensqualität im Umfeld. Hier ist Beton in einer ganz speziellen Qualität gefordert: dauerhaft, abriebfest und frosttausalzbeständig.

Wie bei den Autobahnbaulosen wird auch hier nass in nass verlegt: zuerst wird der Unterbeton mit Größtkorn 32 eingebracht, mit Rechen per Hand verteilt und leicht verdichtet. Dann folgt eine 6 Zentimeter dicke Schichte Oberbeton mit acht mm Hartsplit, die zukünftige Verschleißschicht. Abwechselnd kommen die Mischfahrzeuge mit den jeweiligen Betonsorten. Der Oberbeton ist ein Fließbeton mit einem Ausbreitmaß um die 50 Zentimeter. Er wird ebenso verteilt und mit der Handbohle abgezogen, die Oberfläche wird mit dem Glättschwert geglättet. Abschließend werden ein Oberflächenverzögerer und ein Verdunstungsschutz aufgespritzt. Die Oberfläche wird später ausgebürstet, damit entsteht der sogenannte Waschbeton.

"Durch ein gut eingespieltes Team mit Betonprüfung auf der Baustelle bleibt die Qualität gesichert. Der passende Beton wird termingerecht geliefert und die Arbeiter kennen den Ablauf und leisten hier echte Handarbeit", so Friedrich Polster von der MA28 über den Fortschritt auf der Baustelle. Auch die Fugenleisten (konisch geschnittene Holzleisten in Schalöl getränkt) werden manuell eingelegt und auch wieder entfernt, die Fugen werden nachträglich verschlossen. So kann ein bestimmtes Seitenverhältnis zwischen Fahrbahnbreite und Feldlänge eingehalten werden, es entstehen bewusst Risse im Fugenbereich. Die eingelegten, mit Kunststoff überzogenen Dübel verbinden die Betonfelder und übertragen dann die Kräfte zwischen den Feldern.

So eine Fahrbahn sieht man nicht täglich, insbesondere in Wien! DI Peggy Werner von der Bauaufsicht der ste.p bestätigt: "Die vier Fahrspuren, die gerade in Beton ausgeführt werden, bleiben definitiv und stellen damit schon den Endzustand dar." Die speziellen Betonsorten und deren sorgfältige Verarbeitung erhöhen die Lebensdauer der Betondecke, die hochbelastbaren Flächen widerstehen dem Schwerverkehr so auch im städtischen Bereich.

Baustelle Landstraßer Gürtel Baustelle Landstraßer Gürtel
Der Oberton wird eingebracht und mit 
dem Rechen verteilt und verdichtet.
  Die Verschleißschicht wird mit der 
Handbohle abgezogen.
Baustelle Landstraßer Gürtel   Baustelle Landstraßer Gürtel
Die Oberfläche wird mit dem 
Glättschwert abgezogen.
     Die Fugenleisten werden manuell verlegt 
und auch wieder entfernt.