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Parken unter Wasser

Die dänische Hauptstadt überrascht stets aufs Neue mit Bauwerken hoher architektonischer Qualität. Aktuell entsteht auf der Fläche eines ehemaligen Fähranlegers eine dreigeschoßige Unterwassertiefgarage mit ebenerdiger Eventfläche in Sichtbetonqualität.

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Rendering: © Lundgaard & Tranberg Arkitekter

Kopenhagens alter Fähr- und Industriehafen im Stadtzentrum ist in seiner ursprünglichen Form verschwunden und vor die Stadttore gewandert. Stattdessen entwickelt sich das Hafenquartier zum Herzen der Metropole. Das "Kvæsthusprojektet" vom Architekturbüro Lundgaard & Tranberg Arkitekter erstreckt sich von der Seebrücke des Schauspielhauses entlang der Promenade bis zur Nyhavn. Teil dieses Projektes ist eine Parkanlage unter Wasser, deren oberste Ebene als Fläche für Veranstaltungen, Ausstellungen sowie zur Freizeitgestaltung zur Verfügung steht. Die Verkehrsfläche für Fußgänger zu den Parkebenen wird durch von oben einfallendes Tageslicht erhellt und zusätzlich mit farbigem Licht inszeniert. Aus diesem Grund hatten die Planer ganz besondere Anforderungen an die 60 cm dicken Sichtbetonwände.

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Die Visualisierung verdeutlicht die besonderen Anforderungen an die in
Sichtbeton ausgeführten Wände.
Rendering: © Lundgaard & Tranberg Arkitekter

Die Spannstäbe durften deshalb nur auf vorgegebenen Höhen und in gleichmäßigen Abständen angeordnet werden, damit ein durchgängiger Abstand entstand. Die Betonbodenplatte besteht aus zwei jeweils 50 cm dicken Betonschichten, die gegen Auftrieb im Untergrund verankert wurden. Aufgrund der Bausituation wurden die meisten Schalungseinsätze einhäuptig ausgeführt und "rückseitig" gegen den Baugrubenverbau bzw. gegen Stahlspundwände betoniert. So konnte beim Betonieren der Frischbetondruck bis zu 70 KN/m² betragen. Um die 10,50 Meter hohen Wände in einem Betoniervorgang erstellen zu können, wurde die komplette Schaleinheit auf dem Betonboden der Tiefgarage montiert und per Kran versetzt. Zum sicheren Verhindern der Schalungsdurchbiegung wurden einzelne Schalelemente gezielt verstärkt. Als Abdichtung wurde vor dem Betonieren eine Membranbahn in die Schalung eingelegt. Betoniert wird ein Spezialbeton mit erhöhtem Säurewiderstand. Nach Fertigstellung bietet die Tiefgarage mit fünfhundert Stellplätzen den Besuchern des Schauspielhauses und der gegenüberliegenden Oper attraktiven Parkraum.

www.kvaesthusprojektet.dk