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Lebensgroße Betonfiguren im Meer

Vor Lanzarotes Südküste gibt es ein Museum der etwas anderen Art: das Museo Atlántico. Der britische Künstler Jason deCaires Taylor stellt am Meeresgrund lebensgroße Betonskulpturen aus.

Unterwassermuseum Jason deCaires Taylor sculpture 02634 Kopie
Foto: © Jason deCaires Taylor

300 lebensgroße Skulpturen aus Beton sollen Taylors Botschaft vermitteln: "Wir sind aus dem Meer entstanden, ich gebe ihm symbolisch etwas zurück. Die Menschen sollen erkennen, welch' heiliger Ort das Meer ist." Auf einer Fläche von 50 mal 50 Metern wurden bereits 60 Exponate in 12 bis 15 Metern Tiefe versenkt, Anfang 2017 soll das europaweit einzigartige Projekt komplett sein. Geschützt von der Meeresströmung und fernab aller Schutzgebiete bietet der sehr ebene Meeresgrund an dieser Stelle optimale Bedingungen. Rund 20 Tauchschulen haben die Zulassung, ihren Kunden das Museo Atlántico zu zeigen, geplant sind auch Besuche in Glasboden-Booten und U-Booten. Die Betonfiguren wurden nach dem Vorbild echter Menschen erstellt. Derzeit gibt es sechs Figurengruppen, manche vermitteln Harmonie, einige lassen einen aufgrund ihrer gespenstischen Wirkung erschaudern. Der Beton soll Jahrhunderte halten und nicht umweltschädlich sein, im Gegenteil: Auf den Plastiken sollen Korallenlarven Halt finden, es könnte ein neues Riff entstehen. Taylor errichtete bereits Unterwasserparks vor der Karibikinsel Grenada und der Fraueninsel nahe Cancún in Mexiko. Die dort versenkten Skulpturen kurbelten das Wachstum von Korallen und Fischpopulationen merklich an. Viele Fische und auch Pflanzenarten nutzen seither den Schutz der Figuren als neuen Lebensraum. Für die Projekte mit Betonskulpturen wurde der Künstler mehrfach ausgezeichnet.

 

 

 

 

Mehr über Jason deCaires Taylor und seine Unterwasserprojekte gibt es unter: www.underwatersculpture.com