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Beton kreativ 2010 - Die Sieger sind weiblich


Gesucht wurde eine neue Landmark für Graz, die mit dem "beton kreativ" Wettbewerb 2010 prämiert werden sollte. Eindeutig durchgesetzt haben sich eingereichte Projekte weiblicher Teilnehmerinnen - sie konnten die ersten drei Plätze für sich beanspruchen. "Die Studentinnen der TU Graz haben klar ihre Stärken im interdisziplinären Diskurs gezeigt und das unglaubliche Repertoire der Gestaltungsmöglichkeiten von Beton genützt", zeigt sich Huber beeindruckt. Das Siegerprojekt "Element" von Valentina Kehrer wurde mit einem Preisgeld von 3.000 Euro, das zweitplatzierte Projekt "strichCODE3D" von Barbara Simma mit 2.000 € prämiert. Der dritte Platz mit 1.000 € ging an die Gruppe Verena Auer, Eva Beyer und Christina Windisch mit "Stadthybrid Congresscenter Graz". Drei weitere Einreichungen erhielten Anerkennungspreise von jeweils 500 Euro. Alle prämierten Projekte überzeugten durch ihr umfassendes städtebauliches Konzept.
Angehende BauingenieurInnen und ArchitektInnen der Technischen Universität Graz waren aufgefordert, gemeinsam ein Gebäude mit einer Aufsehen erregenden Betonhülle für die Grazer Innenstadt zu entwickeln. "Wenn wir es schaffen bereits in der Ausbildung Ingenieure und Architekten auf eine Gesprächsebene zu bringen, dann wird das später in der Praxis große Früchte bringen", erklärt der Geschäftsführer der Zement + Beton Handels- und Werbeges.m.b.H in Wien, DI Dr. Frank Huber. Mit dem "beton kreativ" Wettbewerb 2010 wurden kürzlich innovative und kreative Architektur- und Ingenieursleistungen prämiert, die die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Betons in Ortbeton- oder Betonfertigteilbauweise mit individuellen technischen, konstruktiven und gestalterischen Lösungsansätzen zum Ausdruck bringen. "Die interdisziplinäre Zusammenarbeit spielt vor allem für die Umsetzbarkeit und Praxisnähe eine große Rolle", sagt Projektbetreuer DI Dr. Andreas Lechner, TU Graz, Institut für Gebäudelehre.

Der Beton Kreativ Wettbewerb an der Grazer Technischen Universität schafft neues Terrain für innovative Ideen und kreative Entwurfsansätze. Im Fokus steht der Werkstoff Beton, der dabei nicht nur von seinen konstruktiven und bautechnischen Seiten her betrachtet werden soll, sondern auch von seinen gestalterischen Qualitäten, insbesondere als Fassade. "Beton als entwurfsrelevantes Kriterium zu formulieren und zugleich die technischen, energetischen und konstruktiven Aspekte des Baustoffs in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der Bauingenieurfakultät als Vertiefungsaspekte zu diskutieren", lautete der gemeinsame Ansatz. "Dabei wurde bewusst auf die gestalterische Bandbreite von Oberflächeneigenschaften des Betons gesetzt, die vielfältige Erscheinungsweisen von Sichtbeton ermöglichen", sagt Frank Huber über die Grundintention des Wettbewerbs. "Beton ist ein absolutes Faszinosum. Er ist nicht nur universell einsetzbar, sondern verfügt über 'sinnliche' Vorzüge, die man allerdings erst herausarbeiten muss." Die Betonung der Materialität war deshalb auch wesentliches Kriterium bei der Beurteilung der eingereichten Arbeiten.


Weibliches Durchsetzungsvermögen

Gleich für die ersten drei Plätze wurde die Jury mit von Studentinnen eingereichten Projekten überzeugt. Valentina Kehrer, die Siegerin des Bewerbs, konnte sich mit ihrem Projekt "Element" klar gegen die MitstreiterInnen durchsetzen. Sie beeindruckte mit einem einfachen, leicht umsetzbaren System aus sehr feingliedrigen seriellen Betonfertigteilen mit hoher Gestaltungsqualität als zwanglose Baukörperstaffelung mit faszinierenden Durchblicken und einem hohen Integrationsgrad in die bestehende urbane Umgebung. Das Projekt "strichCODE3D" von Barbara Sima konnte den zweiten Platz für sich entscheiden. Eine zu den ausgereiften Grundrissen kongruente Konstruktion sowie die lammellenartige Fassade, gepaart mit einem Leichtigkeit vermittelnden Baukörper aus sich nach oben hin auflösenden Stabstrukturen, überzeugte die Jurymitglieder ebenso wie das Projekt "Stadthybrid Congresscenter Graz" von Verena Auer, Eva Beyer und Christina Windisch. Die Gruppe der Studentinnen punktete mit der spannenden Höhenentwicklung des Gebäudes, die wohltuend in Reflexion auf den umliegenden Gebäudebestand wirkt, und belegten den dritten Platz. Drei weitere Einreichungen wurden mit einer Anerkennung ausgezeichnet - "Concrete Landscape" von Sabrina Britzmann und Wolfgang Jancar, "Queen Elisabeth" von Thomas Kain und "SOL" von Dominik Troppan und Christian Liebminger. Die Sieger erhielten je nach Rang 3.000, 2.000 und 1.000 Euro Preisgeld, die Anerkennungen durften sich über je 500 Euro freuen.


Hochkarätige Jury von den Leistungen beeindruckt

Auch die renommierten Jurymitglieder zeugen von der Bedeutung der Initiative. Der Einladung zur Ermittlung des Siegerprojektes folgten Arch. DI Alfred Bramberger, bramberger architects, Graz, DI Bernhard Göschl, BIG-Standort Graz, und DI Dr. Frank Huber sowie DI Mario Rabitsch, Strabag AG, Wien, und DI Mag. Bertram Werle, Stadt Graz. Als Juryvorsitzenden konnte man Prof. Bruno Krucker von Ballmoos Krucker Architekten, Zürich, gewinnen, der sich vom Niveau der Arbeiten besonders beeindruckt gab: "Die komplexe Fragestellung – die unterschiedlichen Ebenen von der Konstruktion bis zum Städtebau zusammenzuführen – hat vielfältige, innovative und anregende Projekte hervorgebracht und Diskussionen auf hohem Niveau ermöglicht." Bewertet wurden Kriterien der städtebaulichen Qualität, Markanz und architektonischen Qualität, die ästhetische Konsistenz der Fassadengestaltung, der Innovationsgehalt im Tragwerksentwurf und innovative Energie- und haustechnische Konzepte. Juror Bertram Werle sieht das große zukünftige Potenzial des Wettbewerbs schon jetzt nach der Premiere: "Das Wettbewerbswesen ermöglicht in bewährter Weise die Auswahl des besten Projektes aus verschiedenen Planungsvorschlägen und ist somit unmittelbarer Ausdruck gelebter Baukultur. Der Österreichischen Zementindustrie als Initiator ist zu danken, dass sie diesen Weg beschreitet, indem sie durch die Förderung von Studentenwettbewerben diese wertvolle Botschaft aus der Praxis in die Hörsäle bringt."