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Immobilienforum: Im Zeichen der Energiewende

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Die rasante Entwicklung energieeffizienten Bauens hat bisher vor allem Bauträger, Planer und Facility Management beschäftigt. Neue EU-Vorgaben werden künftig auch die Verwertung von Wohn- und Bürobauten intensiv beeinflussen. Der Mensch als Nutzer des Gebäudes im Alltag wird in der Planung oft vernachlässigt. Die österreichische Zementindustrie und der Immobilienring IR waren die Sponsoren des zweiten Immobilienforums, das kürzlich im News Mediatower stattfand. Rund 60 Gäste folgten der Einladung zum Thema "Im Zeichen der Energiewende: green, blue oder nachhaltig Bauen, der Weisheit letzter Schluss?" Hochkarätige Vortragende stellten sich dem Publikum aus der Bau-, Immobilien- und Planerszene.

Brian Cody, Universität Graz, Institut für Gebäude und Energie, plädierte dafür, die natürlichen Kräfte mehr zu nutzen. Für ihn gibt es kein Energieproblem – sondern einen massiven Qualitätsverlust in der Nutzung von Energie. Nach einigen Vorzeigebeispielen wie der RZB Frankfurt oder der Wirtschaftsuniversität Shanghai, skizzierte er die Zukunft: Gebäude, die auch geben und nicht nur nehmen.

Gregor Rauhs, Wirtschaftsagentur Wien, beschrieb mit dem Technologiezentrum Aspern IQ des Stadtentwicklungsgebietes "Aspern: Die Seestadt Wiens" die derzeitigen Möglichkeiten des energieeffizienten Bauens. Völlige Energieautarkie konnte nicht erreicht werden. Von der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, ÖGNB, erhielt das Technologiezentrum jedoch bereits in der Vorbewertung 944 von erreichbaren 1000 Punkten. 2012 soll das Gebäude in Betrieb gehen. Insgesamt gibt es in Wien bereits 42 Projekte, die laut den strengen Standards der ÖGNB als nachhaltig zertifiziert sind.

Doch was bringen die Zertifizierungen – für Architekt Fritz Oettl von pos architekten sind die sogenannten Gebäudezertifikate vor allem eine Modeerscheinung. Die Qualität der Gebäudehülle bleibt das Thema und in welchem Standard Gebäude errichtet werden, entscheidet sich mit der Offenheit des Bauherren. Michael Ehlmaier, Geschäftsführer Ehl Immobilien, Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für nachhaltige Immobilien und erster europäischer, zertifizierter Immobilienmakler, sieht das anders. 70 Prozent der rasch verwerteten Immobilien sind zwar zertifizierte Gebäude. Aber noch lasse sich Nachhaltigkeit in Österreich, im Gegensatz zum internationalen Trend, nicht zu so guten Preisen verkaufen. Dennoch, so Ehlmaier überzeugt, beeinflussen Zertifizierungen die Investitionsentscheidung auf der Basis von Lebenszykluskosten.

Harald Deinsberger-Deinsweger beleuchtete den Einfluss der Wohnpsychologie als wesentlichen Faktor für erfolgreiche Nachhaltigkeit. Klaus Lugger, Geschäftsführer Neue Heimat Tirol, provozierte in seiner gewohnt geschätzten Art, dass Bewohnern die  Gebäudehülle ganz egal ist – wenn die Betriebskosten sinken, sind diese jedoch begeistert. Ob sie in einem Passiv- oder Niedrigenergiehaus wohnen, ist dabei kein Thema. Jedoch machen Energieausweise Projekte vergleichbar, so sein positives Fazit.

Frank Huber, Geschäftsführer von Zement+Beton, referierte über Beton in seiner Eigenschaft als idealer Wärme- bzw. Kältespeicher. Die Kombination mit einer intelligenten Bauwerksplanung und der Einsatz von alternativen Energieformen helfen Betriebskosten für Gebäude zu senken, weitere CO2-Emissionen zu vermeiden und Energie zu sparen. Die Nutzung von Beton als Energiespeicher bedeute einen wichtigen Schritt zum energieautarken Haus.

Christian Pöhn, stv. Leiter MA 39, Stadt Wien, brachte mit seinem Vortrag zum Energieausweis und seiner Zukunft eine rege Diskussion in Gange. Einigkeit herrschte letztlich darüber, dass das Niedrigenergiehaus kostenoptimal sein muss – denn was nützen die energieeffizientesten Gebäude, wenn es bei der Verwertung nicht klappt.

Das Immobilienforum ist eine regelmäßige Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit Sponsoren und wird von Andrea Baidinger, Bauen Wohnen Immobilien Kommunikationsberatung, und Robert Zwettler, Key Account trend&FORMAT, organisiert und durchgeführt.