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Ein Pionier des Betonstraßenbaus feiert Jubiläum

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Ehrung zum 75er für Professor Hermann Sommer

Zu seinem 75. Geburtstag ehren die TU Wien/Institut für Verkehrswissenschaften - Forschungsbereich Straßenbau, die FSV - AG Betonstraßen, die ÖVBB - Sektion Betonstraßen sowie die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ) ihren langjährigen Begleiter und Leiter des Forschungsinstitutes (VÖZfi), Dipl. Ing. Dr. Hermann Sommer. "Er hat nicht nur wesentlich zur Forschung und Entwicklung von Zement und Beton beigetragen, sondern im Rahmen des VÖZfi innovative und wirtschaftlich rentablere Werkstoffe und Bauverfahren mitentwickelt", sagt DI Felix Friembichler, Geschäftsführer der VÖZ. "Professor Sommer hat 1978 eine neue Ära für die österreichische Zement- und Betonindustrie eingeleitet, mit ihm hat die Zukunft des österreichischen Betons begonnen." Im Rahmen der Festveranstaltung Betonstraßenbau 2011 am 28.02.2011 werden sein Werk und seine visionäre Arbeit am Forschungsinstitut anlässlich seines persönlichen Jubiläums von Kollegen, Weggefährten und Nachfolgern gewürdigt.

Mehr als 20 Jahre leitete Dipl. Ing. Dr. Hermann Sommer das Forschungsinstitut der VÖZ, die staatlich akkreditierte Überwachungsstelle für Zement und Beton. Sein Bildungsweg – ausgebildet zum Bauingenieur an der TU Wien und unter anderem als wissenschaftlicher Praktikant im Forschungsinstitut der Zementindustrie in Düsseldorf tätig – war der Beginn einer großen beruflichen Karriere. 1968 begann er als Sachbearbeiter für Zementstabilisierung und Betonfahrbahndecken am Forschungsinstitut des Vereins der österreichischen Zementfabrikanten in Wien, wo er bereits ein Jahr später zum Leiter der betontechnologischen Abteilung aufstieg. 1975 promovierte er mit der Dissertation "Zur mikroskopischen Ermittlung der Luftporenkennwerte am erhärteten Straßenbeton" und stellte damit die weiteren Weichen für seine berufliche Laufbahn. Schließlich wurde er 1978 mit dem Hintergrund seiner hohen fachlichen Qualifikation zum Leiter des Forschungsinstitutes bestellt, eine Tätigkeit und Aufgabe, die er bis 2000 voller Begeisterung und Leidenschaft ausführte.

International anerkannte Größe

Sein Berufsleben wurde begleitet von zahlreichen hochkarätigen Auszeichnungen, wie zum Beispiel der Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich 1984 und der Ehrennadel der Forschungsgesellschaft für das Verkehrs- und Straßenwesen 1985. Mit über 200 Veröffentlichungen zu den Themen Bodenstabilisierung, Beständigkeit von Zuschlag und Beton, Straßenbeton, Nachbehandlung, Beschichtung, Recycling und rollgeräuscharme Betonoberflächen und der aktiven Mitarbeit in internationalen Ausschüssen des Österreichischen Normungsinstitutes, der Forschungsgesellschaft für das Verkehrs- und Straßenwesen (FSV) in Wien und in Köln, der PIARC (Permanent International Association of Road Congresses) und der RILEM (Réunion Internationale des Laboratoires d´Essais et de Recherches sur les Materiaux et le Constructions) sowie als Vorstand beim Österreichischen Verein für Materialtechnik machte er sich über die Grenzen hinaus einen hervorragenden Namen als passionierter und engagierter Forscher und Entwickler von Zement und Beton. 1990 erhielt er den Titel "Baurat h.c." und 1995 den Titel "Professor". Die Krönung aller Auszeichnungen für seine wissenschaftlichen Leistungen war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Internationalen Gesellschaft für Betonstraßen (ISCP) in Washington.

Pionier der ersten Stunde

Professor Sommer hat in seiner Funktion, in der leitenden Position des VÖZfi, wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Betonstraßenbaus in Österreich genommen. Im Zuge seiner langjährigen Forschungstätigkeit und mit viel Gespür für die Materie gingen von ihm immer wieder neue Impulse zur Verbesserung der entsprechenden Methoden aus. Dazu gehören beispielsweise die Entwicklung neuer Nachbehandlungsmethoden, die Verbesserung der Entwässerung der Betonunterlage, betontechnologische Vorarbeiten für die Einführung der Gleitschalungsbauweise oder die Erkenntnis, dass eine Minderung des Verkehrslärms auf Autobahnen über Jahrzehnte dauerhaft nur von Betonoberflächen mit ausgebürstetem Feinmörtel gesichert werden kann. Auch im Bereich des Waschbetonrecyclings, sprich der Wiederverwendung von altem Straßenbeton als Gesteinskörnung, engagierte er sich sehr. "Mit seiner internationalen Vernetzung und dem mehrsprachigen Wissens- und Erfahrungsaustausch war er in einer akademischen Welt ohne organisierte Austauschprogramme seiner Zeit voraus. Umso bemerkenswerter ist die Bescheidenheit, die er sich erhalten hat", würdigte ihn DI Alois Schedl, Vorstandsdirektor der Asfinag.

Ein Forscher mit Bezug zur Praxis

Sein Herz schlägt für Beton. Professor Sommer gehört zu den Forschern, denen auch die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis eine Herzensangelegenheit ist. "Er verstand es, nie den Kontakt zur Praxis zu verlieren. Immer am Boden der Realität geblieben, war er sich niemals zu schade selbst mitanzupacken", sagt DI Felix Friembichler rückblickend. Dass man auch auf Baustellen Anregungen für die Ausrichtung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gewinnen kann, hat er bereits früh erkannt und auch zu nutzen gewusst. So liegen seine großen Verdienste neben seiner international viel beachteten Forschungsleistung darin, dass er sich stets persönlich in außerordentlicher Weise für die praktische Umsetzung neuer Erkenntnisse eingesetzt hat. Besonders dieses persönliche Engagement vor Ort auf der Baustelle als Garantie für die rasche Anwendung neuer Baumethoden und die stete Hilfsbereitschaft und Beratung waren die wesentliche Basis für Bauunternehmer und Auftraggeber bei der Anwendung neuer, innovativer und manchmal risikobehafteter Verfahren. Der persönliche Kontakt und die Hilfsbereitschaft zeichnen ihn ganz besonders aus.

Vorbild für Nachfolger

Professor Hermann Sommer ist aber nicht nur menschlich, sondern in erster Linie fachlich ein großes Vorbild, insbesondere für seinen Nachfolger DI Dr. Johannes Steigenberger, der im Jahr 2000 die Leitung des Forschungsinstituts von Professor Sommer übernahm. Der Jubilar legte in zwei Jahrzehnten die soliden Fundamente für eine aussichtsreiche Zukunft der Beton- und Zementindustrie und schuf die Basis für das, was den Betonstraßenbau heute und darüber hinaus ausmacht. Bei der Festveranstaltung Betonstraßenbau am 28.02.2011 wird neben der Würdigung von Professor Sommer für seine Verdienste auch all das zur Sprache gebracht, was die nächsten Jahre und Jahrzehnte des Betonstraßenbaus prägen wird – von visionären Konzepten und Forschungsstrategien über Innovation und Nachhaltigkeit, von der Erwärmung städtischer Straßennetze bei sommerlichen Hitzewellen bis hin zu internationalen Trends, Entwicklungen und visionären Oberflächen der Zukunft in Hinblick auf lärmarme Betonstraßen. Hochrangige Weggefährten und Fachkollegen wie DI Manfred Haider vom Austrian Institute of Technology, Luc Rens, Managing Director of Eupave, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Ronald Blab vom Institut für Verkehrswissenschaften, Forschungsbereich Straßenwesen der Technischen Universität Wien und DI Dr. Stefan Krispel, Leiter der Abteilung Beton des VÖZfi, sowie DI Martin Peyerl, F&E-Koordinator beim VÖZfi, werden über die aktuellsten Entwicklungen und Erkenntnisse referieren.

Die anlässlich der Festveranstaltung veröffentlichte Broschüre steht Ihnen hier als Download zur Verfügung:

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