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Arbeiten für High Tech - Bauern leicht gemacht

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Naturnahe Betonspurwege für moderne Agrarwirtschaft

War die Landwirtschaft bis vor 100 Jahren vor allem durch schwere Handwerksarbeit geprägt, so sind heute modernste High Tech - Maschinen zur Bewirtschaftung vom Acker- bis zum Weinbau im Einsatz. Daher müssen Verbindungs-, Feld-, Güter- und Wirtschaftswege hohen Anforderungen standhalten. Felix Friembichler, Geschäftsführer, Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ): "Ländliche Wege müssen auch bei Schlechtwetter befahren werden können und sollen einen hohen Verschleißwiderstand haben." Der Ausbau als Betonspurweg hat daher an Bedeutung gewonnen, bisher vor allem in der Alpenregion. Dieser Veränderungsprozess wird durch die Herausgabe des Merkblatts "Betonspurwege" der Österreichischen Bautechnik Vereinigung unterstützt. Die Unterlage bietet praxisorientierte Hinweise für Planung und Herstellung von Betonspurwegen.

Wesentliche Materialeigenschaften wie hohe Tragfähigkeit und Verformungswiderstand, lange Instandsetzungsintervalle und so gut wie kein Erhaltungsbedarf sprechen für die Errichtung von Betonspurwegen. Zudem können damit keine witterungsbedingten Spurrinnen entstehen. Für den Bau, beziehungsweise Umbau von naturnahen Wegen, die noch nicht dem Stand der Technik entsprechen, gibt es spezifische Förderungen, die in jedem Bundesland eigens geregelt sind. Das Merkblatt enthält alle notwendigen, technischen Grundlageninformationen, um Ausschreibungen und Förderanträge vorschriftsmäßig durchführen zu können.

Keine Erhaltungsmaßnahmen

In Österreich werden rund 44 Prozent der gesamten Bundesfläche landwirtschaftlich, von überwiegend größeren Betrieben, genutzt. Die High Tech - Maschinen für die Bewirtschaftung stellen besondere Anforderungen an die Verbindungs-, Feld-, Güter- und Wirtschaftswege. Vor allem die Herstellungs- und Erhaltungskosten spielen eine große Rolle. Vertreter der burgenländischen Landesregierung bestätigen, dass Betonspurwege für die Kommunen vor allem auch wirtschaftlich interessant sind, da für etwa 30 Jahre keine Erhaltungsmaßnahmen budgetiert werden müssen.

Naturnahe Bauweise schont Ökosystem

Dazu darf das Ökosystem so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Betonspurwege entsprechen einer naturnahen Bauweise. Friembichler: "Es erfolgt ausschließlich die Betonierung von Spuren für das Befahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen, um der Natur ihren Raum zu lassen." Einerseits bleibt der Lebensraum von Amphibien und Insekten nahezu unberührt, andererseits ist das reibungslose Abwickeln landwirtschaftlicher Tätigkeiten wie zum Beispiel das ungehinderte Mähen über Betonspurwege hinweg möglich. Gewährleistet ist auch eine sogenannte "Wurzelsicherheit", denn Beton ist für Wurzeln undurchdringlich.

Vier Arbeiter bauen bis zu 200 Meter pro Tag

Je nach Situation und Anforderung des Bauprojektes werden Betonspurwege vor Ort betoniert oder mit fertigen Betonelementen errichtet. Eine entsprechende Untergrundvorbereitung ist ebenso notwendig wie die sichere Ableitung von Oberflächenwässern. Die Herstellung in Beton vor Ort kann wahlweise in Eigenregie oder von Profis erfolgen. Eingebaut wird zeitsparend bei jeder Witterung. Ein Team von vier Arbeitern schafft auf einem vorbereiteten Unterbau täglich zwischen 100 und 200 Meter Betonspurweg.

Neues Merkblatt für die Praxis

Ein Expertenteam aus Vertretern der Landesregierungen und des Lebensministeriums, der Technischen Universität Wien und Interessensgemeinschaften hat eine praktische Unterlage für Planung, Ausschreibung und Ausführung für die Errichtung von Betonspurwegen entwickelt. Basis dafür waren die EU-konformen Richtlinienwerke. "Mit dem Merkblatt haben wir die Grundlage für ein ökonomisches, wirtschaftliches und kostengünstiges Bauen sowie das Erhalten von Betonspurwegen geschaffen", betont DI Dr. Johannes Steigenberger, Institutsleiter der Forschungsabteilung der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ).
Nähere Herstellungshinweise, Praxisempfehlungen für Planung, Ausschreibung und Ausführung finden sich im aktuellen Merkblatt der Österreichischen Bautechnik Vereinigung (ÖBV).

Literaturtipp

Merkblatt "Betonspurwege"
Oktober 2012
Herausgeber: Österreichische Bautechnik Vereinigung
Karlsgasse 5, 1040 Wien
Seiten: 24
Preis: 30,00 Euro
Das Merkblatt ist voraussichtlich ab Anfang November auf der Homepage des Herausgebers www.bautechnik.pro unter der Rubrik "Publikationen" zum Download verfügbar.