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Winzer-Erfolge mit Beton

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Neue Ausbau- und Lagermethode für bio-dynamischen Weinbau

Die unglaublich vielen und neuartigen Einsatzgebiete des Baustoffs Beton überraschen immer wieder. So demonstriert Beton nun auch in der Genusswelt des Weines seine hervorragende Eignung – nicht nur als präferierter Baustoff der Winzer für Weingüter und Keller, sondern auch für den Ausbau des Weines in einer Konstruktion von überdimensionalen Betoneiern. Die Technik stammt ursprünglich aus Frankreich, wo bereits seit längerem erstaunliche Winzererfolge erzielt werden. Angela und Werner Michlits vom burgenländischen Demeter-Weingut Meinklang ließen sich vor drei Jahren von der neuen Methode des Weinausbaues in Betoneiern begeistern. Seither sind sie erfolgreich dabei, den bio-dynamischen Weinbau mit dieser Ausbau- und Lagermethode auch hierzulande salonfähig zu machen. DI Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie: "Beton und Wein sind veredelte Produkte aus der Natur, die eine wunderbare Symbiose eingehen." Die Vorteile von Beton gegenüber Holz- oder Edelstahlausbau sind für Werner Michlits evident. Durch die Vielzahl extrem feiner Luftporen im Beton gelangt Sauerstoff gezielt in Miniaturdosen in den Wein, es entsteht eine natürliche Mikrooxidation, so dass der Wein zur Reifung ausreichend atmen kann. Holz verfügt zwar auch über Poren, gibt aber Röstaromen und Tannine an den Wein ab, die nicht von allen Weingenießern geschätzt werden. Felix Friembichler: "Beton verursacht keine geschmackliche Beeinflussung des Weines. Die nach dem goldenen Schnitt konstruierte ovale Eiform ermöglicht dem Jungwein eine ungehinderte Zirkulation und natürliche Klärung, der Wein wird dadurch in seiner Natürlichkeit unterstützt." Und das entspreche dem Demeter*-Gedanken, ergänzt Werner Michlits. Vor einem Jahr wurde der Meinklang Sankt Laurent 2006 als der erste in Betoneiern "ausgebrütete" Wein Österreichs abgefüllt – laut Angela Michlits ein Wein von außergewöhnlicher Persönlichkeit: "Kräftig, erdig und draufgängerisch im Erstkontakt, Rubingranatfarben, am Gaumen saftig und ausgewogen, im Abgang vielschichtig und subtil mit Duft nach dunklen Beeren und Dörrobst."

Spezialrezeptur für Weinausbau

Zur Weiterentwicklung des französischen Modells wurde das steirische Beton – Fertigteilwerk Rauter beauftragt zunächst drei mannshohe, 900 Liter fassende Betoneier zu entwickeln. Rauter Geschäftsführer, Ing. Johann Ramsbacher, war von Beginn an überzeugt, dass diese Art der Betonanwendung, hinsichtlich Qualität des Weines, funktionieren würde. "Wir mussten zu Beginn alles über den Chemismus des Weines, betreffend der Reaktion auf den Beton, prüfen und haben dann die geeignete Betonsorte für den Weinausbau kreiert", so Ramsbacher. Der ph-Wert des Weines befindet sich im sauren Bereich. So wurde eine – natürlich betriebsgeheime – Spezialrezeptur entwickelt. Auch die Schalung und damit auch die Betonoberfläche der Betoneier wurden verbessert. Friembichler: "Schon die Erfahrungen der französischen Winzer zeigen, dass Weinstein und Säure innerhalb des Betoneis eine Schutzschicht bilden und dadurch der Säureangriff mit der Zeit immer schwächer wird."

Concrete steht für Beton - Konkret für pure Vinifikation

Ein Betonei im Meinklang-Weinkeller wiegt bei einer Wandstärke von 12 cm über 1,7 Tonnen, fasst 900 Liter und eignet sich für den Ausbau von Rotwein wie für Weißwein gleichermaßen. Ein Betonei wurde bereits mit Grauburgunder gefüllt. Das Weingut Meinklang hat für diese spezielle Weinausbaumethode in Beton die Bezeichnung "Konkret", die für pure Vinifikation und vollkommen unbeeinflussten Sortencharakter steht, ausgewählt. Insgesamt sind 50 eiförmige Betonbehältnisse mit der Vergabe von Patenschaften geplant. Es gehe ihnen dabei auch darum, diese neue Philosophie hinauszutragen, heben Angela und Werner Michlits hervor.

www.betonmarketing.at
www.meinklang.at
www.rauter.at