VÖZ Logo
header betondesign 03

1. Preis für Zement - Forschung zur CO2 Reduktion

pdf 1. Preis für Zement - Forschung zur CO2 Reduktion49.62 KB

Forschungsinstitut der Zementindustrie (VÖZFI) setzt Innovationssprung
Einsparung bis zu 400.000 Tonnen CO2 pro Jahr möglich

Als weltweit erstes Forschungsinstitut innerhalb der Bauwirtschaft setzt das Forschungsinstitut der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZFI) seit 2006 digitale Hochleistungs-Bildverarbeitung zur Sicherung und Bestimmung der Qualität von Zement ein. Mit diesem "Flow Particle Image Analyzer" wurde auch das aktuell von BRA.IN mit dem 1. Platz ausgezeichnete Forschungsprojekt "Zement mit geringerem CO2-Anfall bei der Herstellung" durchgeführt. "Ein Innovationssprung, der eine Einsparung von bis zu 400.000 Tonnen CO2 pro Jahr in Österreich möglich machen soll", ist Dr. Johannes Steigenberger, Leiter des VÖZFI, sicher. Die durch Wirtschaft und Forschungseinrichtungen ins Leben gerufene Brancheninitiative BRA.IN Bauwirtschaft will durch die Preisvergabe zur Stimulation von Forschung, Entwicklung und Innovation in der Baubranche beitragen. "Mit dieser Auszeichnung stellen wir erneut unseren Anspruch, einer der Innovationsführer der Zement- und Betonindustrie in Europa zu sein, unter Beweis", erklärt der Geschäftsführer der Vereinigung der österreichischen Zementindustrie, DI Felix Friembichler.
Das Projekt des VÖZFI wurde von der FFG - BRA.IN Bau mit dem 1. Platz für seine zukunftsweisende Forschungsarbeit in der Kategorie "Kooperative und Branchenprojekte" ausgezeichnet. Das Ergebnis der Forschungsarbeit zeigt neue, richtungsweisende Möglichkeiten zur Einsparung von CO2 bei der Zementproduktion auf. Für die österreichische Zementindustrie eine Auszeichnung mit besonders hoher Wertigkeit. DI Dr. Johannes Steigenberger: "Dieser Preis ist für das Forschungsteam des VÖZFI eine Bestätigung der langjährigen Arbeit und ein Beweis für unser Engagement fortwährend zukunftsweisende Produktionsmethoden von Zement zu suchen und zu finden."

Einsparungspotential von 400.000 Tonnen CO2

Die VÖZ gilt bereits seit Jahren als Branchenvorreiter im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Knapp zwei Millionen Euro an Forschungsgeldern investiert sie mit Unterstützung der FFG im VÖZFI, um den CO2-Anfall bei der Zementherstellung zu reduzieren. Die größte Herausforderung stellen dabei prozessbedingte Emissionen der Ausgangsstoffe – rund 65 Prozent - während des Herstellungsprozesses von Zement dar. Hier setzt das Forschungsprojekt des VÖZFI an. In Kooperation mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gelingt es damit schon heute rund acht Prozent der CO2-Emissionen einzusparen, ohne dabei Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. "Ziel unseres Forschungsprojektes ist, das Potential weiter auszureizen und ein um bis zu 15 Prozent reduzierter Emissionsausstoß. Dies würde für Österreich ein CO2-Einsparungspotential zwischen 300.000 und 400.000 Tonnen pro Jahr bedeuten," erklärt Steigenberger.

Innovationssprung der Zementforschung durch digitale Bildanalyse

Mit dem bei diesem Forschungsprojekt eingesetzten "Flow Particle Image Analyzer", einem  rund 75.000 Euro teuren Analysegerät, von dem erst wenige Stück in Europa im Einsatz sind, werden im VÖZFI Analysen des so genannten "Feinkorns im Beton" – das sind Zement und verschiedene mehlförmige Anteile in Betonen – durchgeführt. So kann die Zementstruktur jedes einzelnen Korns untersucht werden, um mögliche Einsparungspotentiale zu finden und zu nutzen. Dabei werden pro Analysevorgang bis zu 2 Millionen Einzelbilder erstellt, anhand derer verschiedene Eigenschaften, wie Kornverteilung, Kornform und Oberflächenrauhigkeit, analysiert und ausgewertet werden können. Ziel ist es dabei, die positiven Eigenschaften wie zum Beispiel die Festigkeit oder die Verarbeitbarkeit des damit hergestellten Betons beizubehalten, allerdings bei deutlich niedrigeren CO2-Emissionen.

15 Prozent CO2-Reduktion zum Erreichen der Kyoto-Klimaziele

Wie wichtig eine derartige Reduktion wäre, zeigt eine aktuelle Eigeneinschätzung der österreichischen Regierung, nach welcher Österreich als einziges der EU-Mitglieder nicht daran glaubt, die Kyoto-Klimaziele erfüllen zu können. Diese sehen bis zum Jahr 2012 eine CO2-Reduktion von 13 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 vor. Das hohe Niveau technischer Anlagen der österreichischen Industrie, im Vergleich zu anderen EU-Staaten, macht das von Österreich vereinbarte Kyoto-Reduktionsziel schwierig erreichbar. Eine weitere Herausforderung stellt der, mit den Kyoto-Zielen eng verknüpfte, nationale Allokationsplan dar. Dieser regelt im Rahmen des europäischen Treibhausgasemissionshandels die Verteilung von Emissionszertifikaten an die einzelnen EU-Mitgliedsländer. Derzeit benötigt die österreichische Zementindustrie 450.000 Tonnen mehr CO2 als ihr im nationalen Allokationsplan zugeteilt wurde. Genau dieser Mehrbedarf könnte aber durch das nun ausgezeichnete Forschungsprojekt "Zement mit geringerem CO2-Anfall bei der Herstellung" eingespart werden.

Zement- und Betonforschung auf höchstem Niveau

Mit 20 MitarbeiterInnen ist das Forschungsinstitut der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZFI) Österreichs Aushängeschild der angewandten Forschung für Zement und Beton auf höchstem technischen und wissenschaftlichen Niveau.