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Neue Denkwerkstatt von Wissenschaft und Wirtschaft

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Smart Minerals GmbH: gemeinsames Unternehmen TU Wien und Zementindustrie

Mit der Gründung der Smart Minerals GmbH, als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, ist der Baufakultät der Technischen Universität (TU) Wien und der Österreichischen Zementindustrie ein Meilenstein für künftige Innovationen im Bauwesen gelungen. Es ist das erste Unternehmen, das von der TU Wien mit einem Partner der Privatwirtschaft gegründet wurde. Das Potenzial der Zusammenarbeit ist durch die Fokussierung auf praxisrelevante Forschung und Ausbildung sowie der besseren Umsetzung und Nutzung der Forschungsergebnisse durch die Nähe zur Bauwirtschaft hoch.

Die TU Wien bildet die Fach- und Führungskräfte der Bauwirtschaft von morgen aus. Durch die engere Zusammenarbeit zwischen Universität und Zementindustrie werden praxisrelevante Inhalte für Studierende noch verständlicher aufbereitet. Das Studium wird dadurch verstärkt am Bedarf des Arbeitsmarktes ausgerichtet. Die Smart Minerals GmbH entwickelt Lösungsansätze für Problemstellungen wie etwa Klimaschutz und Wohnbau. Dabei stehen anwendungsorientierte Forschung, Produktentwicklung, Prüfung und Beratung im Bereich mineralischer Baustoffe, Bauteile und Bauweisen sowie die Ausbildung auf der Agenda.

Schnittstelle Wirtschaft und Wissenschaft

Universitäten werden von der Wirtschaft immer mehr gefordert, umsetzungsorientiert auszubilden und die Verschränkung von Arbeiten und Lernen zu forcieren. "Grundlagenforschung soll auch der Praxis nutzen und nicht nur für die Theorie erfolgen", erklärt Rudolf Zrost, Vorsitzender der Österreichischen Zementindustrie. Mit Smart Minerals werden wir notwendige Entwicklungen rascher vorantreiben können, zeigt sich Zrost sicher. Dazu garantiert die Gründung des gemeinsamen Unternehmens Transparenz und wird einseitigen Interessen entgegenwirken. "Das höchste Gut der Wissenschaft ist ihre Unabhängigkeit und Transparenz", findet Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien. "Smart Minerals soll einen Beitrag dazu leisten, dass dieses Gut erhalten bleibt. Die Ergänzung und Kombination der Praxiserfahrung wird auch ein neues Studienerlebnis bringen", ist sich Seidler sicher.

Forschungskooperation für Bauwerke der Zukunft

Die Zementindustrie hat seit vielen Jahren Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Universitäten. Allerdings war diese bisher eine lose Kooperation oder einem Projekt zugeordnet. "Wir haben dabei viel gelernt – auch uns besser zu verstehen", meint Zrost. Geplant ist ein tabuloses Herangehen an relevante wirtschaftliche und bauliche Aspekte. Bauen bedingt sehr komplexe Fragestellungen und wird von vielen unterschiedlichen Disziplinen abgedeckt. "Ein brennendes Problem sind die Baukosten, mit denen wir an leistbaren Grenzen angekommen sind. Dafür brauchen wir dringend neue Lösungen", erklärt Zrost. Nur eine integrierte Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis könne die künftigen Anforderungen eines Wohnbaus erfüllen. Wichtig sei es vor allem Gesamtlösungen zu entwickeln. Mit der Reduktion der Wandstärken sieht Zrost dazu die Möglichkeit mehr Grundfläche zu generieren, ein wichtiger Fortschritt im mehrgeschossigen Wohnbau.

Österreichs Spitzenposition in Europa sichern

Österreich nimmt im europäischen Bauwesen – vor allem im Bereich des Tunnel-, Straßen- und nachhaltigen Wohnbaus – seit jeher eine Spitzenposition ein. Diese soll mit der Smart Minerals GmbH gesichert werden. "Die Qualität der Ausbildung entscheidet auch, ob die Talente einer Branche erhalten bleiben. Mit dem neuen Unternehmen gehen wir dafür einen neuen Weg", ist Seidler zuversichtlich. Rein privatwirtschaftlich finanzierte Forschungsstätten sind  beispielsweise in den USA, Deutschland und der Schweiz schon selbstverständlich. "Den amerikanischen Weg wird es in Österreich so nicht geben", erklärt Zrost, "doch ohne Teilfinanzierungen der Privatwirtschaft wird es auch bei uns künftig keine qualitätsvolle Ausbildung mehr geben." Engere Kooperation ist mit den D.A.CH–Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) sowie mit Polen, das über eine besonders gute Schiene im Bereich mineralogischer Forschung verfügt, geplant. "Wir wollen international agierende, österreichische Unternehmen mit Smart Minerals begleiten", erklärt Seidler. Erste Gespräche mit dem Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen wurden bereits geführt, so Seidler weiter.

Praxisnahe Ausbildung bringt Profit für StudentInnen und Wirtschaft

Die Kooperation von Hochschule und Privatwirtschaft soll Studierenden künftig auch den  Einstieg ins Arbeitsleben erleichtern. Zur Vorbereitung auf die Arbeitswelt wird auch das Knüpfen von Kontakten forciert. Praktische Erfahrung ist, gekoppelt mit wissenschaftlicher Ausbildung, immer öfter eine wichtige Voraussetzung für die Einstellung neuer MitarbeiterInnen. Die Qualifikation der Studierenden orientiert sich so stärker am Arbeitsmarkt. Für Unternehmen hingegen ist die Kooperation mit der TU Wien eine gute Möglichkeit, junge Talente früh zu binden. "Wenn Studierende mit einem breiten Wissensprofil in die Firmen kommen, ist das ein großes Plus", sagt Rudolf Zrost.

Das Smart Minerals Team

Als Geschäftsführung und LeiterIn der Smart Minerals GmbH mit 21 MitarbeiterInnen fungieren Frau DI Dr. Susanne Gmainer und Herr DI Dr. Stefan Krispel. Gmainer (Bauingenieur-Absolventin und vormals TU Wien) hat kürzlich den renommierten Dr. Ernst Fehrer-Preis zur Förderung der technischen Wissenschaft für ihre facheinschlägige Dissertation "Brückenklappverfahren – Untersuchungen zur Entwicklung eines praxistauglichen Bauverfahrens" erhalten. Krispel (Studium Bauingenieurwesen sowie Wirtschaftsberatung, ehemals Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie) leitet seit 2010 auch das Zentrum für Bautechnik in Personalunion mit DI Dr. Helmut Huber. In zwei Jahren ist die Übersiedlung in das bis dahin fertig gestellte Science Center der TU Wien geplant. Die Smart Minerals GmbH wurde bereits kürzlich als staatlich anerkannte Prüfanstalt akkreditiert.

Smart Minerals GmbH

Die Smart Minerals GmbH ist das erste gemeinsame Unternehmen zwischen Technischer Universität Wien und der Privatwirtschaft, in dem Grundlagen- und Anwendungsforschung betrieben wird und die erarbeitete Kompetenz im Unternehmen bleibt. Das Know-how der Forschungsdienstleistung wird am freien Markt angeboten. Die ursprüngliche Idee zu einer intensiven Kooperation mit der Technischen Universität kam vor rund drei Jahren von der österreichischen Bautechnik (öbv). In dieser sind Asfinag, ÖBB, Wiener Linien sowie die Bau- und Zementindustrie eingebunden. Damit steht die gesamte Bauindustrie mit Auftraggebern und Planern dieser Zusammenarbeit positiv gegenüber.

Technische Universität Wien (TU Wien)

Die TU Wien zählt zu den erfolgreichsten Technischen Universitäten in Europa und ist mit über 27.000 Studierenden und rund 3.000 WissenschaftlerInnen Österreichs größte naturwissenschaftlich-technische Forschungs- und Bildungseinrichtung. Das Zusammenwirken solider Grundlagenforschung mit ingenieurswissenschaftlicher Arbeit in unterschiedlichen Disziplinen an der TU Wien selbst sowie in Gemeinschaftsprojekten mit anderen Universitäten und Forschungsstätten erlaubt hochwertige Entwicklungsarbeiten auf fast allen Gebieten der Technik. Hier wird seit fast 200 Jahren im Dienste des Fortschritts geforscht, gelehrt und gelernt.

Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ)

Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie versteht sich als Partner von Baugewerbe und Bauindustrie, der Behörden und Auftraggeber, aber auch als Service- ¬und Anlaufstelle für den Endverbraucher. Die Österreichische Zementindustrie widmet sich intensiv der Forschung und Entwicklung des Baustoffes Beton. Mit der Forcierung neuer Technologien und dem Angebot von kundenorientierten Speziallösungen erweist sich die VÖZ als innovativer Motor der Bauindustrie. Darüber hinaus beobachtet die Vereinigung laufend die aktuellen internationalen Entwicklungen und ist maßgeblich daran beteiligt, den jeweils neuesten Stand der Technik in der österreichischen Bauwirtschaft zu verankern.

Weitere Infos unter:
www.smartminerals.at

Rückfragehinweise:
Pressestelle Technische Universität Wien, Bettina Neunteufl
Telefon: +43 (1) 58801-41025, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!