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Purismus der Industriearchitektur für Wohnambiente

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Perfekter Boden aus monolithischen Betonplatten

Egal ob für großflächige Industrie- und Logistikarchitekturen, kleinere Gewerbeflächen oder im Privatbereich, der Fußboden muss einiges aushalten. Für die besonders hohen Materialansprüche von Industrieböden werden monolithische Platten aus Beton eingebaut. Jahrelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei den Baustoffen und der Verarbeitung lässt dabei eine Vielzahl individueller Anforderungen zu. Auch immer mehr private BauherrInnen wollen mit dem anpassungsfähigen und vielseitigen Werkstoff Beton leben. Sie entscheiden sich für einen Fußboden aus monolithischen Betonplatten, der ein puristisches, nicht alltägliches Wohnambiente erzeugt. "Beton schafft eine homogene Fläche, die pflegeleicht ist und eine moderne Wohnatmosphäre bringt", erklärt DI Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), den neuen Trend privater Haushalte.

Eigenschaften des Industriebodens wie die puristische Ästhetik einer durchgehenden und geglätteten Oberfläche, die dazu rutschfest, staubfrei und unempfindlich gegenüber Flüssigkeiten und Verschmutzungen ist, lassen die monolithische Betonplatte in immer mehr private Wohnungen Einzug halten. So haben die ad2 architekten Andrea Dämon und Andreas Doser in ihrem Haus "ad2" im Burgenland, das den Architekturpreis "Das beste Haus Österreichs 2009" erhielt, den Betonboden harmonierend zu Sichtbetonwänden eingesetzt. Die Oberfläche des Betons wurde flügelgeglättet und lackiert. "Beton verfügt über eine besondere Optik, Haptik und Widerstandsfähigkeit. Überzeugt hat uns aber auch seine hohe Speicherfähigkeit und die daraus resultierende zeitverzögerte Wärmeabgabe an den Raum. Im Sommer hat der Boden einen kühlenden Effekt, im Winter ist er durch die Fußbodenheizung angenehm warm", erläutern die beiden Architekten ihre Entscheidung für die Bodenplatte aus Beton. Weitere Infos unter www.ad2-architekten.at.

Auch Helmut Petzenstadler, Betondesigner in Oberösterreich, stattet in Zusammenarbeit mit Architekten Wohninnenräume mit Betonfußböden aus. Diese werden je nach Kundenwunsch geschliffen, geölt oder mit unterschiedlichen Farben versehen. Viele seiner Kunden bevorzugen den Betonboden nicht nur wegen der schönen Optik, sondern auch wegen der Wärme, die dieser ausstrahlt. Der Baustoff Beton hat eine außerordentlich hohe Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit. "Er speichert Umgebungswärme ein und gibt diese bei Bedarf langsam wieder ab", so Friembichler. Weitere Infos unter www.wohnbeton.info.

Widerstand ist Qualität

Monolithische Betonböden sind das Ergebnis langjähriger Forschung und überzeugen durch beste Produkteigenschaften. Ein Hallen- oder Werkstattboden muss abrieb- und verschleißfest sein. Dazu muss er höchsten Widerstand gegenüber Fahr- und Bremsbewegungen bieten, Belastungen durch Stoß und Schlag oder herabfallende Gegenstände aushalten. Dazu kommen hohe Lasten in Lagerhallen und eine kurzfristig hohe Punktbelastung. "Wenn ein LKW in die Lagerhalle fährt und das Ladegut entladen wird oder ein Stapler mit Stahlrädern die Waren verteilt, entsteht an dieser Stelle kurzfristig eine extrem hohe Belastung. Damit sich der Boden nicht absenkt, muss der Untergrund gut verdichtet sein", erläutert Friembichler. Auch der chemische Widerstand gegen Öle, Laugen und Säuren ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für die Betonrezeptur. Ein aktuelles Beispiel ist die 8.000 Quadratmeter große Industriehalle für die Molkerei Geinberg, Oberösterreich, die im Auftrag von Bergland Milch im Sommer 2013 errichtet wurde. Innerhalb von drei Wochen wurde eine 22 Zentimeter dicke Monoplatte aus Beton fertiggestellt.

Aufbau mit höchster Präzision

Monolithische Betonböden werden in einer Schicht auf einen verdichteten Untergrund aufgebaut. Abhängig von Bewehrungsart, Oberflächengestaltung und Nutzung gibt es unterschiedliche Lösungen für den Aufbau. Für einen hochwertig ausgeführten Boden braucht es den richtigen Beton, Zusatzmittel, Einstreumaterial und große Erfahrung beim Abziehen und Glätten. Der Monolith wird ab 15 Zentimetern Stärke schwimmend mit Stahl-, Kunststofffaser- oder Baustahlarmierung verlegt und fugenarm oder mit geschnittenen Fugen hergestellt. Der Boden wird schnell verlegt und kann in Abhängigkeit der Tagestemperatur von mindestens 12 Grad nach rund einem Tag begangen werden. In der Regel kann bereits etwa zehn Tage nach Einbau der Alltagsbetrieb einsetzen.

Hohe Handwerkskunst

Die Herstellung verlangt besonderes handwerkliches Geschick jedes einzelnen Mitarbeiters, viel Erfahrung und ausreichende betontechnologische sowie verarbeitungsspezifische Ausbildung. Jeder Verarbeitungsschritt muss gewissenhaft und mit höchster Sorgfalt ausgeführt werden. Dafür ist auch eine ineinander übergreifende und gute Zusammenarbeit von Architekten, Planern, Herstellern und Verarbeitern wichtig.

Die Fuge

Fugen in Industriefußböden haben unterschiedliche Aufgaben. Als Arbeitsfugen begrenzen sie vorgesehene Betonierabschnitte, während sie als Scheinfugen (Sollbruchstellen) die Entstehung von ungeplanten Rissen verhindern sollen. Um das Schwinden und Kriechen des Betons in Industriefußböden aufzunehmen oder Bauteile gezielt zu entkoppeln, werden sogenannte Raumfugen angelegt. Neueste Entwicklungen setzen auf fugenlose Industrieböden aus einem Guss und nehmen dafür mikrofeine Risse in Kauf, die für die dauerhafte Funktionsfähigkeit der Betonbodenplatte ohne Belang sind.

Technische Informationen beim Expertenforum Beton "Industrieböden"

Rund 200 Architekten Planer, Hersteller und Verarbeiter diskutierten mit hochkarätigen Referenten im Expertenforum Beton über Produktion und Erreichung des höchsten Qualitätslevels monolithischer Böden. Das Expertenforum fand kürzlich unter dem Motto "Industriefußböden" in Linz und Innsbruck statt.

LiteraturtippCover Leitfaden Monolithische Bodenplatten

"Leitfaden Monolithische Bodenplatten"
September 2013
Herausgeber: Zement + Beton Handels- und Werbeges.m.b.H.
Umfang: 19 Seiten, bebildert
Ab sofort kostenlos auf Anfrage erhältlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
bzw. unter der Nummer: +43 (1) 714 66 85-0
oder per Download unter pdfMonolithische Bodenplatten615.43 KB

Fotodownload: www.baidinger.eu