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Österreich punktet bei internationaler Betonkanu-Regatta 2017

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Teams der TU Graz holten jeweils einen 2. Platz in Köln

Unter 125 Mannschaften mit fast 1.000 TeilnehmerInnen von rund 50 europäischen Universitäten konnten zwei Studententeams der Technischen Universität Graz jeweils einen zweiten Platz erreichen. Mit dem Kanu "Printess Layer", das erste Kanu weltweit in 3D-gedruckt, sicherte sich das Grazer Team den zweiten Platz in der Kategorie "Konstruktion" vor der ETH Zürich sowie den neunten Platz im Gestaltungswettbewerb. Das Team mit ihrem 15,25 kg Kanu "Fragiler" erreichte den zweiten Platz in der Kategorie "Leichteste Kanus". Die Universitäten Deutschlands dominierten die Siegerplätze in allen Kategorien. Die ungewöhnliche Regatta fand von 9.-10. Juni statt und wurde bereits zum 16. Mal durchgeführt.

Die Betonkanu-Regatta ist ein im zwei-Jahres-Rhythmus spannender Sport- und Kreativwettbewerb unter Studierenden technischer Universitäten, Fachhochschulen und anderen Institutionen, an denen Betontechnik gelehrt wird. Alle Methoden, aus zementgebundenem Baustoff ein wasserdichtes und fahrtüchtiges Kanu zu bauen, sind erlaubt. Neben dem technischen Fachwissen ist auch Kreativität gefragt, denn beurteilt werden nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch originelle Gestaltungen und Mannschaftsauftritte. 

Auch Beton kann schwimmen

Die Schwimmfähigkeit von Beton beruht auf dem gleichen "archimedischen Prinzip", das auch für andere Baustoffe wie etwa Stahl, Holz oder Kunststoff gilt: Das Verdrängen von Wasser gibt dem Boot oder Schiff Auftrieb. Da die mittlere Dichte eines Bootes geringer als die Dichte des verdrängten Wasser ist, schwimmt es, auch wenn es aus Beton ist. "Bei diesem Wettbewerb ist es möglich, Spaß bei Sport und Spiel, Teamarbeit und technische Tüftelei unter einen Hut zu bringen", weiß DI Dr. Frank Huber, Geschäftsführer der Zement+Beton GmbH. "Daher unterstützen und fördern wir die Teilnahme österreichischer Studententeams so gut wir können", so Huber weiter.

Kategorie Leicht: Nr.1 "Leichter als Pappe" und Nr. 2 "Fragiler"

Die Kommilitonen der TU Dresden unterboten mit ihrem Kanu "Leichter als Pappe" das TU Graz Team und erreichten mit einem Gewicht von 11,25 kg bei 4,18 m Länge den ersten Platz. Die Grazer hatten einen Rekord aus 2015 zu verteidigen. Damals siegten sie mit ihrem Kanu "Fragile – Handle with care", das als das bisher leichteste Kanu in die Geschichte des Wettbewerbs einging. 2017 belegten sie mit "Fragiler", das bei 15,25 kg Nettogewicht auf 5,39 m Länge um 1,4 kg leichter als 2015 war, den 2. Platz.

Kategorie Konstruktion Nr. 2 "Printess Layer", weltweit erstes Betonkanu in 3D-Druck

Die "Printess Layer" des TU Graz Teams wurde als erstes Betonkanu in einem Stück in 3D-gedruckt, machte trotz 175 kg Kampfgewicht gute Fahrt, lag souverän im Wasser und sicherte sich den zweiten Platz in der Kategorie "Konstruktion" sowie den 9. Platz im Gestaltungswettbewerb. Sieger in dieser Konstruktion wurde das Team der ETH Zürich mit "skeIETHon".

"Kanu Reeves" aus Glasfasermatten gebaut

Zum ersten Mal beim Wettbewerb war das Team des FH Campus Wien. Ihr Erstlingswerk, "Kanu Reeves", wurde aus mehreren, von Glasfasermatten zusammengehaltenen Schichten eines Spezialbetons gegossen. Trotz eines guten Starts, war jedoch der Konkurrenzdruck zu groß und sie erreichten das Halbfinale nicht mehr. 

Preisgekrönte österreichische Betonflotte

Es war bereits die zweite Teilnahme österreichischer Studententeams bei der Betonkanu-Regatta. 2015 holten Studierende der TU Wien mit ihrem "Booto Wagner" den zweiten (Konstruktion) und mit "Adol Floos" den fünften Platz (Gestaltung). Die TU Graz punktete neben dem "Fragile" auch mit ihrem "Mario Kart" in der offenen (hier geht alles-)Klasse, ebenso die Fachhochschule Kärnten und ihre „RS Anaconda“ mit Schaufelradantrieb. "Unsere Teams haben 2015 und 2017 mit ihrer Leistung international aufgezeigt, was es heißt, Fachwissen zu sammeln, innovativ umzusetzen, in den Bootsbau reinzuschnuppern, selbst Beton zu mischen und sportlich wie inhaltlich Teamgeist zu beweisen", freut sich Huber über die Erfolge der TeilnehmerInnen.