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Zahlen/Daten/Fakten

Konjunkturerhebung 2015

Baustoffbranche stagniert

Das Bauvolumen nahm in Europa nach einer Trendwende im Jahr 2014 (+1,3 %) auch 2015 zu (+1,6 %). Im Zeitraum 2016 bis 2018 ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Laut Wifo dürfte die Bauwirtschaft in Österreich bis 2018 mit +1,2 % pro Jahr weiterhin schwächer wachsen als im Durchschnitt von 19 europäischen Ländern. "Mit einem kaum wahrnehmbaren Umsatzwachstum von 0,26% auf EUR 3,32 Mrd. stagniert die Baustoffindustrie weiterhin auf geringem Niveau. Der Beschäftigtenstand konnte mit knapp 14.000 Personen dennoch gehalten werden", fasst Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie, die Hauptergebnisse der alljährlichen Konjunkturerhebung unter seinen über 300 Mitgliedsbetrieben zusammen.

Zuwächse gab es in den Branchen, die von Großprojekten wie dem Rapid Stadion profitieren, etwa bei der Beton- und -fertigteilindustrie (+6,61% auf EUR 459 Mio.) oder der Transportbetonindustrie (+5,31% auf EUR 434 Mio.). Aufgrund fehlender großflächiger Projekte im Straßenbau verzeichneten die Schotterindustrie im vergangenen Jahr ein Minus von 4,14% (Umsatz EUR 101 Mio.) und die Sand- und Kiesindustrie ein Minus von 4,12% (Umsatz EUR 141 Mio.). "Umso mehr begrüßen hier wir das Bekenntnis des neuen Verkehrsministers zum Ausbau der Infrastruktur von Straße und Schiene in Österreich", betont Pfeiler.

Impulse erhofft sich die Baustoffbranche vom Wohnbaupaket und der Schaffung von neuem Wohnraum. Laut Schätzungen werden in den nächsten Jahren jährlich 40.000 bis 50.000 Asylberechtigte (einschließlich Familiennachzug) dauerhaft in Österreich bleiben. Manfred Asamer, Obmann des Fachverbandes, sieht keine Notwendigkeit für eine kurzsichtige Billig-Wohnbauschiene und warnt davor, die Anforderungs- und Qualitätskriterien nach unten zu nivellieren: "Auch wenn der Ruf nach billigem Wohnraum nachvollziehbar und verlockend ist, führt das Aufgeben von bautechnischen Vorgaben und Standards bei Energieeffizienz, Wertbeständigkeit und Nachhaltigkeit in eine Sackgasse. Wer nur billige Errichtungskosten im Blick hat, baut wenig nachhaltig und hat das Wohnraumproblem lediglich ein paar Jahre hinausgeschoben." Der Fachverband fordert Baustoffneutralität bei Vergabe von Aufträgen und keine politisch motivierte Bevorzugung einzelner Bauweisen.

Aktuelles Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB)

Nach dem Aufschwung im zweiten Halbjahr 2015, auch bedingt durch den sehr warmen Winter, erwartet die heimische Branche eine Fortsetzung dieses Trends für 2016. Knapp die Hälfte (47%) der Branche freut sich über gestiegene Umsätze im Geschäftsjahr 2015, verglichen mit 2014. Wer sinkende Umsätze verzeichnete, macht vornehmlich die allgemeine Auftragslage, die derzeitige Wirtschaftssituation und Veränderungen im Marktsegment dafür verantwortlich. Besonders schmerzlich für die heimischen Beton- und Fertigteilwerke ist der Einbruch der Aufträge im Industrie- und Gewerbebau sowie im Tief- und Straßenbau. Der Ausblick über die Entwicklung der Mitarbeiterzahlen ist wesentlich erfreulicher: Dreiviertel der Beton- und Fertigteilunternehmen planen, ihre Mitarbeiterzahlen zumindest zu halten. DI Dr. Bernd Wolschner, Präsident des VÖB, appelliert an die heimische Politik: "Es braucht Rahmenbedingungen, die die gesamte Konjunktur wieder anspringen lassen. Unsere Unternehmen stehen weiterhin unter starkem Preisdruck aufgrund von ausländischen Importen oder dem Lohndumping auf heimischen Baustellen." Diesen Effekten soll zukünftig das Regionalitäts-Gütesiegel "Beton aus der Region" entgegenwirken.

Bauwirtschaft 2014 - Halbjahresbilanz

Eine positive Trendwende in Sicht

Nach Jahren des Rückganges gibt es ein leichtes Wachstum in der Bauwirtschaft. Die Auftragsbestände im Ausmaß von insgesamt 11,1 Mrd. Euro sind um 10,6% gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode gewachsen. Dabei erzielten Salzburg (+65,6%), das Burgenland (+52,8%) und Vorarlberg (+37,0%) die höchsten Steigerungsraten. Der Baukostenindex betrug im Juli 2014 laut Berechnungen von Statistik Austria für den "Wohnhaus- und Siedlungsbau" 107,8 Punkte. Damit erhöhte sich der Index im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1% ("Straßenbau": 111,2 Punkte, +0,9%; "Brückenbau": 108,3 Punkte, +0,6%). Im produzierenden Bereich gingen die Umsätze im ersten Halbjahr 2014 zwar zurück, die heimische Bauwirtschaft konnte dem negativen Trend aber trotzen und legte beim Umsatz deutlich zu. Die heimischen Baubetriebe verzeichnen insgesamt ein Umsatzplus von sechs Prozent. Sie erwirtschafteten zwischen Jänner und Mai 2014 13,8 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Plus von 6,8% im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum. Die höchsten Zuwächse in der Bautätigkeit gab es dabei in den Teilsparten "Brücken- und Hochstraßenbau" (+167,7%), "Sonstiger Tiefbau" (+41,9%), "Bau von Straßen" (+25,0%) sowie "Abbrucharbeiten und vorbereitende Baustellenarbeiten" (+18,0%). Eine negative Entwicklung war hingegen lediglich in den Teilsparten "Wasserbau" (-33,6%) sowie "Rohrleitungstiefbau, Brunnenbau und Kläranlagenbau" (-18,4%) zu beobachten. Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke gehen trotzdem optimistisch ins 2. Halbjahr.

Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB)

Die heimische Betonfertigteilbranche verzeichnete im ersten Halbjahr 2014 eine leicht positive Umsatzentwicklung. Während der Wohnbau als durchaus stabiler Wirtschaftsfaktor angesehen werden kann, rechnet man im Bürobau sowie im Gewerbe- und Industriebau mit einem Umsatzminus. Rückläufig ist auch der Tief- und Straßenbau. In dieser Sparte wirkt sich die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand stark aus. Die Erwartungen der Unternehmen für das Gesamtjahr 2014 sind gedämpft, man rechnet mit Umsatzeinbußen. Der Branche macht vor allem Lohndumping auf den Baustellen zu schaffen. Immer mehr Unternehmen beschäftigen ausländische Mitarbeiter auf Werksvertragsbasis zu Niedriglöhnen und betreiben dadurch Preis- und Sozialdumping. Der VÖB unterstützt deshalb die Forderung nach einer Adaptierung des Vergaberechts: "Wir müssen bei der öffentlichen Vergabe vom Billigstbieterprinzip abkommen. Es gehören vielmehr Qualitätskriterien, wie etwa die Qualifikation und Erfahrung von Schlüsselpersonal oder die Regionalität der Angebotssteller, miteinbezogen", sagt VÖB Vizepräsident Werner Pröll.

Bauwirtschaft: Jahresrückblick 2013, Prognosen für 2014

Baufirmen und Konjunkturforscher sind sich weitgehend einig: 2013 war kein einfaches Jahr! Im gesamten Bauwesen gab es ein mageres Plus von 0,5 Prozent Wachstum. Dennoch steht Österreichs Bauwirtschaft im Vergleich zu den meisten anderen EU-Staaten weit besser da als der Durchschnitt. Nach jüngsten Prognosen liegen für 2014 alle Sektoren im Plus, der Wohnbau wird wieder das Zugpferd der Branche. "Bei den Investitionen am Bau erwarten wir ein Plus von zwei Prozent. Das hängt damit zusammen, dass die Unsicherheit in Österreich und der EU abnimmt. Es wird also am Bau keinen Boom geben, aber eine Erholung ist anhand der vorliegenden Daten eindeutig zu erwarten", sagt Klaus Weyerstraß, Experte für Baukonjunktur am Institut für Höhere Studien.

Von Jänner bis Dezember 2013 erwirtschafteten die österreichischen Hoch- und Tiefbauunternehmen nach Berechnungen von Statistik Austria einen Bauproduktionswert von 15,9 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 2,4%.  Die positive Entwicklung der Teilsparten Wohnungs- und Siedlungsbau (+8,1%) sowie Sonstiger Hochbau (+2,8%) ließ den Hochbau um 3,3% ansteigen. Auch im Tiefbau gab es in den meisten Bausparten ein Plus: Bahnverkehrsstrecken (+11,0%), Straßen und Wasserbau (je +4,7%) sowie Brücken- und Hochstraßenbau (+0,3%). Dämpfend wirkten hier die Sparten Rohr- und Kabelnetzleitungstiefbau (-5,5%), Sonstiger Tiefbau (-3,4%) sowie Tunnelbau (-1,5%). Der Produktionswert der Bautätigkeit für den öffentlichen Sektor lag in der Berichtsperiode Jänner bis Dezember 2013 mit 5,8 Mrd. Euro um 3,5% über jenem des Vorjahresvergleichszeitraums. Die Bauindustrie produzierte 2013 mit rund 5.610 Mio. € um 2,1% mehr als 2012. Die Auftragsbestände im Ausmaß von insgesamt 7,3 Mrd. Euro auf sind ebenfalls um 5,1% gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode gestiegen. Regional betrachtet, konnten Oberösterreich (+8,0%), die Steiermark (+5,1%) und Vorarlberg (+4,1%) den Wert der technischen Gesamtproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum am meisten steigern. Mehr oder weniger hohe Rückgänge gab es hingegen in Salzburg (-4,9%), in Niederösterreich (-2,4%), im Burgenland (-1,4%) und in Kärnten (-0,4%).

Experten erwarten 2014 eine spürbare Verbesserung in zwei Sektoren: Wachstum im heimischen Wohnbau um +1,6 % und im Tiefbau um +1,2 %. Insgesamt ist aber noch nicht mit einem Aufschwung zu rechnen.

Bauwirtschaft 2013 - Halbjahresbilanz

Wirtschaftliche Ankurbelung dringend notwendig

Das 1. Halbjahr 2013 war durch einen besonders langen Winter gekennzeichnet. Die Insolvenz der ALPINE Bau GmbH im Juni führte zu einer Reihe von Baustellen-Einstellungen und brachte damit eine weitere, gravierende Erschwernis. Um die Wirtschaft zu beleben, hat die Bundesregierung vor kurzem ein Konjunkturpaket beschlossen. Bis Ende des Jahres 2014 werden alleine im Wohnbau 276 Millionen Euro zusätzlich investiert.

Gedämpfter Anstieg zum Jahresbeginn

Jänner bis März 2013 erwirtschafteten die Betriebe der österreichischen Bauunternehmen einen abgesetzten Produktionswert von 6,7 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Plus von 0,5% im Vergleich zum Vorjahresvergleichszeitraum. Die Auftragsbestände im Ausmaß von insgesamt 10,0 Mrd. Euro sind hingegen um 4,1% gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode zurückgegangen. Diese Rückgänge machten sich vor allem in den Teilsparten "Brücken- und Hochstraßenbau" (-72,1%), "Bau von Bahnverkehrsstrecken" (-32,0%) sowie "Wasserbau" (-30,2%) bemerkbar. Die höchsten Steigerungsraten waren in den Teilsparten "Tunnelbau" mit 16,1% und "Erschließung von Grundstücken" mit 14,8% zu beobachten.

Halbjahresbilanz

Der Baukostenindex betrug im Juni 2013 laut Berechnungen von Statistik Austria für den Wohnhaus- und Siedlungsbau 106,7 Punkte. Damit erhöhte sich der Index im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,8%. Die beiden Tiefbausparten hielten im Juni 2013 weiterhin bei höheren Indexständen aufgrund der höheren Wachstumsraten in den Vorjahren, verzeichneten aber wie bereits in den Vormonaten nun einen geringeren Kostenanstieg im Vergleich zum Hochbau. Der Baukostenindex für den Straßenbau hielt im Juni 2013 bei 110,5 und sank damit leicht gegenüber dem Vorjahr (-0,5%). Der Baukostenindex für den Brückenbau verzeichnete einen Indexstand von 108,2 und stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,8%. Die Materialkosten waren im Tiefbau insgesamt rückläufig. Beim Straßenbau machte sich vor allem der Rückgang der Kosten für Bitumen, beim Brückenbau der Kosten für Baustahl bemerkbar. Im Hochbau stiegen die Materialkosten leicht, insbesondere machte sich der höhere Anstieg der Kosten der Warenkorbelemente "Bituminöse Dichtungsbahnen", "Fliesen" und "Gipskartonplatten" bemerkbar, hingegen sanken die Kosten wie im Tiefbau für "Baustahl".

Aktuelles Konjunkturbarometer des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB)

Die heimische Betonfertigteilbranche verzeichnete im ersten Halbjahr 2013 ebenfalls einen rückläufigen Umsatz. Wohnbau, Bürobau, Gewerbe- und Industriebau sowie Tief- und Straßenbau sind gleichermaßen von den Einbußen betroffen. Die Unternehmen erwarten sich auch für das Gesamtjahr 2013 einen Minustrend beim Umsatz, man rechnet mit Folgekonkursen kleinerer Betriebe. Gründe dafür sind vor allem das zurückhaltende Investitionsklima von Gewerbe und Industrie, der Sparzwang der öffentlichen Hand und die Marktstörung resultierend aus der Insolvenz der ALPINE Bau GmbH. VÖB Präsident Bernd Wolschner ist sich aber sicher, "dass der intelligente Baustoff Beton auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen wird bei der Schaffung von leistbarem Wohnbau in nachhaltiger Qualität."

Bauwirtschaft 2012

Experten rechnen für heuer wie für's nächste Jahr mit einem Plus

Die österreichische Bauwirtschaft trotzt der Krise und ist auch heuer weiter gewachsen. Zwar gab es keine Höhenflüge, aber auch keine Einbrüche. Lediglich in Teilsparten beim Tiefbau wurden Auftragsrückgänge verzeichnet. Wirtschaftsexperten und Marktforscher prognostizieren für 2013 ein ähnliches Bild: eine schwache, aber positive Konjunkturentwicklung.

Von Jänner bis Juli 2012 haben alle Sparten bei der Produktion laut Statistik Austria zugelegt, Wachstumstreiber ist vor allem der Hochbau mit plus 10,3%, davon der Industrie- und Ingenieurbau (+19%) und der Wohnungs- und Siedlungsbau (+13%). Im Tiefbau gab es neben Verlusten in den Sparten Sonstiger Tiefbau (-7,3%), Brücken- und Hochstraßenbau (-5,2%) und Rohrleitungsbau (-4%) auch positive Impulse: Wasser- (+15,6%), Straßen- (+13,6%) und Tunnelbau (+5,8%). Die Baukonjunktur konnte in der ersten Jahreshälfte 2012 von der Entwicklung der Bauproduktion und der Erholung im Hochbau 2011 profitieren. Ab Sommer wurden die Einsparungen bei den Staatsausgaben vor allem im Tiefbau spürbar. "Die sinkenden Investitionen im Infrastrukturbereich und im Hochbau drücken auf die Auftragslage und schlagen sich direkt auf die Bauzulieferer wie die Zement- oder Transportbetonindustrie nieder. Sie sind die ersten, die es spüren, wenn Budgets von öffentlicher und privater Hand gestrichen werden", so Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie. In der Zementindustrie rechnet man mit Umsatzeinbußen von ca. 5%, man hofft aber, dass am Ende des Jahres eine schwarze Null steht.

Bauproduktion von Jänner bis März 2012 gestiegen

Positive Entwicklung der Auftragsbestände im Hoch- und Tiefbau

Die österreichische Bauwirtschaft ist von der neuerlichen Konjunkturabkühlung bisher relativ unbeeinflusst, Hoch- und Tiefbauunternehmen erwirtschafteten von Jänner bis März gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Wert von 2,3 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 5,8%. Per Ende März wiesen die Bauunternehmen (ohne Baunebengewerbe) Auftragsbestände in Höhe von 8,4 Mrd. Euro auf. Das entspricht auf Jahressicht einer Steigerung von 30,9%, eine durchaus positive Entwicklung also. Der Tiefbau stellt mit 56,9% (absolut 4,8 Mrd. Euro) den größten Anteil des gesamten Auftragspolsters. Erhöhte Auftragsbestände konnten die Bausparten "Tunnelbau" (+295,6%), "Rohrleitungs-, Brunnen- und Kläranlagenbau" (+17,1%), "Wasserbau" (+14,7%), "Bau von Straßen" (+11,9%) sowie "Brücken- und Hochstraßenbau" (+2,0%) vermerken, Rückgänge gab es in den Teilsparten "Bau von Bahnverkehrsstrecken" (-20,1%), "Sonstiger Tiefbau anderweitig nicht genannt" (-15,6%) und "Kabelnetzleitungstiefbau" (-2,5%). Im Hochbau entwickelten sich alle Teilsparten positiv und die Auftragsbestände lagen mit 3,6 Mrd. Euro und 42,4% des gesamten Auftragsvolumens um 5,3% über dem Vorjahresniveau.

Bauproduktion legte im Jänner massiv zu

Guter Start ins Jahr 2012

Die österreichische Bauproduktion hat im Jänner massiv zugelegt. Der Produktionswert der Hoch- und Tiefbauunternehmen erhöhte sich laut Statistik Austria gegenüber dem Vorjahresmonat um 17,9% auf 627,7 Mio. Euro. Der Hochbau verzeichnete ein Plus von 25,2% auf 407,4 Mio. Euro. Wesentlich weniger dynamisch entwickelte sich der Tiefbau mit einem Zuwachs von nur 4,3% auf 191,7 Mio. Euro. Die Daten des Baunebengewerbes sind hier nicht berücksichtigt. Die Auftragsbestände erhöhten sich um 13,8% auf 7,5 Mrd. Euro. Den Anstieg im Hochbau bedingten vor allem die Sparten Wohnungs- und Siedlungsbau (plus 41,2%), Industrie- und Ingenieurbau (plus 18,6%) sowie Adaptierungsarbeiten im Hochbau (plus 16,1%) und der Sonstige Hochbau (plus 15%). Im Tiefbau gut gelaufen sind der Wasserbau (plus 37,3%), der Rohrleitungs- und Kabelnetzleitungstiefbau (plus 21,3%) sowie der Straßenbau (plus 18,4%). Rückläufig waren hingegen der Tunnelbau (minus 18,2%), der Brücken- und Hochstraßenbau (minus 10,6%), der Sonstige Tiefbau (minus 10,5%) sowie der Bahnverkehrsstreckenbau (minus 8,1%).

Erfolgreich auf neue Strategien setzen

2011 erstmals wieder Anstieg bei Umsatz und Beschäftigten

Die jährliche Konjunkturerhebung unter den 330 Mitgliedsunternehmen des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie brachte für das vergangene Jahr ein erfreuliches Ergebnis. Nach massivem Rückgang 2009 (-11%) und Stagnation 2010, gab es 2011 mit einem Plus von 6,59% auf EUR 3,23 Mrd. erstmals seit langem wieder eine deutliche Umsatzsteigerung, wenngleich die Preisentwicklungen im Bereich Rohstoffe und Energie die Unternehmen schwer belasten. Erfreulich ist der Zuwachs bei den Beschäftigten. Hier gab es ein Plus von fast 4% gegenüber dem Vorjahr – insgesamt hält die Branche bei rund 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Viele Branchengewinner, wenige Verlierer

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DI Dr. techn. Andreas Pfeiler

Die größten Zuwächse innerhalb der Branche verzeichneten die Sand- und Kiesindustrie (+25,65%), die Transportbetonindustrie (+12,44%), die Beton- und -fertigteilindustrie (+12,19%) sowie die Schleifmittelindustrie (+11,75 %). Umsatzrückgänge gab es hingegen bei der Naturwerksteinindustrie (-7,15%), der Kalkindustrie (-6,09 %) und der Feinkeramischen Industrie (-1,96%). "Große Infrastrukturprojekte wie beispielsweise der neue Hauptbahnhof in Wien machen sich in den Zahlen sowohl im Hoch- als auch im Tiefbaubereich positiv bemerkbar", so Andreas Pfeiler, Geschäftsführer des Fachverbandes Steine-Keramik. Noch zu Mitte des letzten Jahres hätte niemand mit einem Umsatzwachstum gerechnet. Die Unternehmen der Baustoffindustrie waren bei einer im Sommer durchgeführten Zwischenerhebung noch mehrheitlich der Meinung, dass sie einen schlechteren Geschäftsverlauf als 2010 haben werden. Dieser Trend hat sich aufgrund eines außerordentlich guten letzten Quartals gedreht.

Bauzulieferer nach Jahren des Rückgangs wieder im Plus

Kumuliert konnten die großen Bauzuliefer-Branchen (Beton- und -fertigteile, Transportbeton, Zement, Putz-Mörtel, Sand-Kies, Schotter) mit einem Zuwachs von 6,81% erstmals seit drei Jahren wieder ein Plus verzeichnen. Diese Branchen, die sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau von substanzieller Bedeutung sind, spiegeln die Infrastrukturinvestitionen und die Bautätigkeiten im Land ziemlich genau wider. So haben Straßen- und Schienenprojekte sowie Fördermaßnahmen im Bereich der thermischen Sanierung entsprechenden Anteil am Umsatzwachstum. Auch die Industriezuliefer-Branchen (Feinkeramische Industrie, Feuerfestindustrie, Schleifmittelindustrie) konnten ihren im Vorjahr begonnenen Positivtrend weiter fortsetzen. Dass die Politik allerdings bereits wieder an wirtschaftspolitischen Stellschrauben dreht und Investitionen im Hoch- und Tiefbau zurückgefahren werden, wird von den Unternehmen und vom Fachverband kritisiert.

Kürzungen bei Infrastruktur und Bausparprämien

Die nunmehr bekannt gewordenen Inhalte des Konsolidierungspakets der Bundesregierung drücken sowohl beim Hoch- als auch beim Tiefbau auf die derzeit positive Stimmung. Halbierung der Bausparprämie und Kürzungen im Infrastrukturbereich haben unmittelbare Auswirkungen auf die Bauleistungen. Seit vielen Jahrzehnten ist die Bausparprämie einer der wichtigsten Stimuli für den heimischen Wohnbau. Die vorgeschlagenen Kürzungen wären natürlich ein Einschnitt, denn rund ein Drittel der Wohneinheiten in Österreich werden über die Bausparkassen finanziert. Große Hoffnungen setzt der Fachverband daher in die Ankündigung der Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung. Wichtige Investitionen in die heimische Infrastruktur schaffen bleibende Werte für nachfolgende Generationen und bilden die Grundlage für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Es bleibt also die Frage offen, ob man mit einer Kürzung dieser Investitionen nicht gegen die eigenen Interessen handelt. Eine langfristige Infrastrukturstrategie muss die Teilbereiche Straße, Schiene, Energie und Informations- und Kommunikationstechnologie enthalten. Ein besonders wichtiger Bereich ist der Ausbau der Energieinfrastruktur. Hier geht es nicht nur um die Positiveffekte für die Baubranche, sondern viel mehr um die Versorgungssicherheit des Wirtschafts- und Lebensstandortes. „Unmittelbare Verbesserungen im Bereich Verfahrensbeschleunigungen und Verwaltungserleichterungen ließen sich ohne großen Mitteleinsatz binnen kürzester Zeit realisieren“, so Bernd Wolschner, Vorstand des VÖB.

Vorsichtiger Optimismus für 2012: Plus 2% als Ziel

Für 2012 gibt sich der Fachverband vorsichtig optimistisch. Eine valide Prognose könne aufgrund zahlreicher unbekannter Faktoren und der realwirtschaftlichen Auswirkungen der angekündigten Konsolidierungsmaßnahmen noch nicht abgegeben werden. "Förderlich für das Wachstum sind die geplanten Einsparungen sicher nicht. Wenn wir in Anbetracht der aktuellen Rahmenbedingungen ein Plus von 2% im Gesamtjahr erreichen, können wir zufrieden sein", so Pfeiler abschließend.

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Bauwirtschaft 2011

Entwicklung Bausektor

Die heimische Bauwirtschaft hat ein weiteres Krisenjahr überwunden, für 2011 rechnen die Experten höchstens mit einem leichten Wachstum. Erst 2012 wird ein reales, stabiles Wachstum (1%) erwartet, sofern die Nachfrage von Industrie, Gewerbe und Privaten anspringt. Die jährliche Konjunkturerhebung der Stein- und keramischen Industrie hat ergeben, dass sich die Baustoffindustrie 2010 bei einem Gesamtumsatz von 3,2 Mrd. Euro einpendeln wird, was dem Umsatzniveau von 2005 entspricht. Die Baustoffbranche entwickelt sich in zwei Richtungen: die Industriezulieferbetriebe (Hersteller von Feuerfestmaterialien, Schleifmitteln und Feinkeramik) konnten ihren Umsatzrückgang von 2009 (-17,29%) mit einem Plus von 19,51% wieder wettmachen. Hingegen stehen die Bauzulieferer (Stein- und keramische Industrie mit Zement und Beton) aufgrund weiterer Einbußen auf den Exportmärkten (Marktschwächen in Osteuropa), abnehmender Wohnbaubewilligungen und steigender Baukosten auf der Negativseite.

Baubewilligungen sind ein wichtiger Indikator für Wohnbauinvestitionen. Der vierteljährlich berechnete Baupreisindex der Statistik Austria ist im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um 3,9% gestiegen. Es wird jedoch derzeit von einem stark rückläufigen Trend ausgegangen. Seitens des Fachverbandes der Stein- und keramischen Industrie werden aber positive Anzeichen für die Bautätigkeit durch niedrige Zinssätze, steigende Realeinkommen und den Bevölkerungszuwachs erkannt. Leistbarer Wohnbau wird als ein wichtiger sozialer Faktor gesehen, ebenso wie die Beschäftigung am Bau, die weiter rückläufig ist.

Hoch- und Tiefbau

Per Ende November 2010 verzeichneten Österreichs Bauunternehmen einen Rückgang der Auftragsbestände um 4,8% gegenüber dem Vorjahresstichtag auf 5,9 Mrd. Euro. Die Auftragsbestände im Hochbau stiegen laut Statistik Austria um 3,7%, die Rückgänge in der Tiefbaubranche waren besonders stark (-12,5%), was unter anderem auf die Investitionskürzungen seitens ÖBB und ASFINAG zurückzuführen ist. Eben diese Einsparungen können zu einem Bumerang für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung werden. Die Branchenkonjunktur wurde lange Zeit von einer relativ stabilen Auftragslage im Tiefbau gestützt. Besonders betroffen von dem rückläufigen Trend sind die Bereiche Brücken- und Hochstraßenbau (-52,8%) und Rohrleitungs-, Brunnen- und Kläranlagenbau (-34,1%). Einer der wichtigsten Faktoren, der Straßenbau, verlor um 2,9%. In ganz Europa bremsen Sparbudgets vor allem den Straßenbau. Dabei ist eine gut ausgebaute Infrastruktur entscheidend für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit eines Landes.


Bauwirtschaft Hoch_TiefbauDie Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) investiert insgesamt rund 211 Millionen Euro pro Jahr in Instandhaltungen (gemäß Geschäftsbericht 2009), was in erster Linie dem Hochbau und dem Baunebengewerbe zugutekommt. Mit diesen Geldern wird vor allem der weitere Ausbau der Energieinfrastruktur finanziert. Ziel ist es, obsolete Kapazitäten zu ersetzen, Infrastrukturen zu modernisieren und anzupassen und der steigenden Nachfrage nach Energie mit niedrigem CO2-Ausstoß Rechnung zu tragen.   

Neue Impulse

Bauwirtschaft Neue ImpulseIn den letzten Jahren konnte mit der Förderung der Wärmedämmung eine signifikante Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden erzielt werden. Das führt mittlerweile dazu, dass in vielen Fällen für die Kühlung mehr Energie aufgewendet werden muss als für die Beheizung. Um den Energiebedarf von Gebäuden künftig weiter zu senken, braucht es neue, kreative Baukonzepte. Unverzichtbar ist dabei der Einsatz des Baustoffes Beton als Wärme- und Kältespeicher. Die Österreichische Zementindustrie hat sich das Ziel gesetzt, diese Technologiebinnen fünf Jahren als Stand der Technik zu etablieren. Ein Wettbewerb, der Innovationspreis 2010, wird als Grundlage für zukünftige Forschungsprojekte dienen.

 

 

Zementindustrie

Wirtschaftsdaten

Von 2008 bis 2010 ist die Zementproduktion um rund 20% zurückgegangen. Wurden 2008 noch 5,3 Millionen Tonnen produziert, waren es 2010 nur noch 4,3 Millionen Tonnen. Das schlägt sich auch im Jahresumsatz nieder, der bereits im Krisenjahr 2009 von 457 Millionen auf 412 Millionen Euro zurückging, 2010 waren es nur mehr 378 Millionen Euro. Für 2011 gibt es noch keine verbindlichen Prognosen, doch der Abwärtstrend scheint vorerst gestoppt. Wir gehen davon aus, dass sich die Situation frühestens im nächsten Jahr entspannen wird und die Zementindustrie erst mittelfristig wieder mit Umsatz- und Produktionszuwächsen wird rechnen können.

Investitionen Umweltschutz

Trotzdem sind wir in der österreichischen Zementindustrie bestrebt, weiter unseren Teil zur Erreichung der Klimaschutzziele Österreichs beizutragen. So wurden 2009 15,8 Millionen Euro in Umweltschutzanlagen investiert, um 20% mehr als 2008. Dieser Anteil beträgt verglichen mit den gesamten Anlageninvestitionen bereits 45,2%. 2010 wurden die Umweltinvestitionen mit 39,7 Millionen Euro sogar mehr als verdoppelt. Dabei geht es um die sogenannte Katalysatortechnologie (KAT), um weitere NOx Minderungen zu erreichen. Die österreichische Zementindustrie ist über die gesetzlichen Vorgaben hinaus eine freiwillige Verpflichtung zur Verminderung der NOx-Emissionen eingegangen. Der vereinbarte Zielwert für die Branche für das Jahr 2010 konnte eingehalten werden. In den Zementwerken wurden Aktivitäten gesetzt, um die für 2012 vereinbarten Zahlen schon früher zu erreichen. So haben zum Beispiel die Zementwerke in Kirchdorf und Wopfing Pilotanlagen zu Testzwecken installiert.

Neue Zemente mit weniger CO₂

ZementwerkDie Herstellung von Zement erfordert hohe Temperaturen, ist damit energieintensiv und produziert Kohlendioxid; deshalb suchen wir mit dem Forschungsprojekt "Neue Zemente" nach neuen Zusammensetzungen des Zements, die bei der Herstellung weniger CO2-Anfall verursachen. So beeinflussen der Anteil und die Zusammensetzung des Mehlkorns die Eigenschaften des Betons, dessen Verarbeitbarkeit, Festigkeit und Dauerhaftigkeit ganz maßgeblich. Ziel unseres Forschungsvorhabens ist es, die Kornzusammensetzung in diesem Bereich zu optimieren. Die Laborergebnisse zeigen, dass bis zu 15% des Klinkers durch kornoptimierte Feinteile ersetzt werden könnten, ohne die maßgeblichen Eigenschaften der mit diesen Zementen hergestellten Betone zu verschlechtern. 2012 wird das Projekt "Neue Zemente" fertiggestellt sein.       

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