Carbon Management

Bei der Zementproduktion gibt es zahlreich Hebel zur Senkung des CO2-Fußabdrucks, dazu zählen
  • Erhöhung des Anteils von Ersatzbrennstoffen
  • Erhöhung der Effizienz des Produktionsprozesses, beispielsweise die Nutzung von Abwärme
  • Senkung der Anteil des Klinkers in den Zementen und Umstellung des Produktportfolios


In Österreichs Zementwerken werden diese Maßnahmen bereits breit umgesetzt, österreichische Zemente haben daher einen hervorragenden CO2-Fußabdruck.

Aufgrund der geogenen Emissionen aus dem Erhitzen des Kalksteins können mit diesen Maßnahmen die CO2-Emissionen nicht gänzlich vermieden werden. Ein Teil bleibt, der abgeschieden werden muss, dieser wird in der Roadmap der VÖZ mit 44 Prozent berechnet.

Für die CO2-Abscheidung gibt es unterschiedliche Technologien, die in Europa in verschiedenen Zementwerken erprobt und teils bereits im großen Maßstab eingesetzt werden. Im Zementwerk in Gmunden wird im Rahmen des Projekts ZEUS die Abscheidung von CO2 mit Membrananlage getestet.

Ist das CO2 abgeschieden, muss es entweder gespeichert (CCS – Carbon Capture and Storage) oder aber im Sinne der Kreislaufwirtschaft weiter genutzt werden (CCU – Carbon Capture and Utilization). Zum Ort der weiteren Verwendung muss das CO2 vorher transportiert werden, in Österreich als Binnenland ist dies zurzeit nur mit Lkw oder mit der Bahn möglich. Am besten kann das CO2 mit einem Pipeline-Netz transportiert werden, für das es in Österreich erste grobe Planungen gibt.

Mit Stand 2026 ist die Speicherung von CO2 in Österreich verboten, hier wäre der rechtliche Rahmen anzupassen. Zum Zeitpunkt der Erstellung der CO2-Roadmap der VÖZ war das Projekt C2PAT (Carbon to Product in Austria) in Planung. Für das Zementwerk in Mannersdorf war eine Pilotanlage für eine CO2-Abscheidung geplant, mit nachfolgender Nutzung des CO2 in Synthese mit Wasserstoff für die Kunststoffindustrie. Die Dekarbonisierung der „Hard-to-Abate“-Sektoren erhöht den Strombedarf beträchtlich. Dieser Mehrbedarf ist bei den Ausbaupotentialen für die Energiewende mit zu berücksichtigen.

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