Die Herstellung von klinkerreduzierten und damit klimafitten Zementen ist eine wichtige Maßnahme der Roadmap der österreichischen Zementindustrie. Diese orientiert sich an der 5-C-Strategie der Roadmap der europäischen Zementindustrie. Die 5-C-sind die fünf entscheidenden Kategorien, in denen Umstellungen durchgeführt werden und Emissionsreduktionen notwendig sind: Clinker, Cement, Concrete, Construction, Carbonation. Unter die Kategorie des Klinkers fällt auch die Abscheidung von CO₂ aus dem Rauchgas und dessen Speicherung oder Nutzung (Carbon Capture, Utilization and Storage CCUS). Zu weiteren Informationen finden auf der Website unter Roadmap
Messbare Fortschritte
Zwei Drittel der CO₂-Emissionen bei der Zementherstellung sind rohstoffbedingte Prozessemissionen, ein Drittel geht auf den Einsatz von Brennstoffen zurück. Besonders die Minderung der Prozessemissionen stellt eine große Herausforderung dar.
Die heimische Zementindustrie kann messbare Fortschritte beim Klimaschutz vorweisen: Seit 2020 konnte die CO₂-Intensität von 545 kg CO₂ pro Tonne Zement auf 486 kg CO₂ pro Tonne Zement (2024) gesenkt werden – ein Rückgang um mehr als 10 Prozent. Die Basisdaten werden im jährlichen Emissionsbericht der TU Wien erhoben. Wichtige Kennzahlen der Zementindustrie zu den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Soziales werden jährlich in einem Jahresbericht veröffentlicht.
Ermöglicht wurde diese Entwicklung durch technologische Weiterentwicklung und effizientere Prozesse –etwa durch den verstärkten Einsatz alternativer Brennstoffe und Zemente mit reduziertem Klinkeranteil. Mit einer Alternativbrennstoffrate von rund 88 Prozent (2024) ersetzt die Branche fossile Energieträger bereits in großem Umfang und senkt damit die Emissionen spürbar.
Gleichzeitig wird die Klinkerreduktion konsequent vorangetrieben: Der Klinkeranteil im Zement liegt 2024 bei 67,5 Prozent. Diese Werte zeigen, wie wirksam technologische Optimierung und Ressourceneffizienz bereits heute wirken. Bis 2040 will die Industrie die Halbierung der Primärrohstoffe im Zement erreichen. Dafür gibt es laufende Forschungsprojekte
Einsparungen entlang der Wertschöpfungskette
Um die gesteckten Ziele zu erreichen, muss entlang der gesamten Wertschöpfungskette gearbeitet werden. Viel Potenzial bieten folgende Entwicklungen:
- Der laufend wachsende Einsatz von CO2-effizienten Zementarten wie CEM II/C und weitere Forschungsarbeiten im Bereich Betontechnologien. 2024 wurde die VÖZ für ihre Forschungstätigkeit rund um CEM II/C mit dem ACR-Innovationspreis ausgezeichnet.
- Die CO2-Aufnahme im Beton (Carbonatisierung), hier läuft das Forschungsprojekt CarboRate
- In weiterer Folge werden Technologien zur CO2-Abscheidung, -Transport und -Nutzung sowie –Speicherung, also Carbon Capture Utilization und Storage (CCUS) nötig werden. CCUS gilt als zentraler Hebel, um unvermeidbare Prozessemissionen langfristig und wirksam zu reduzieren. Damit Projekte umgesetzt werden können, fehlt jedoch aktuell die rechtliche Klarheit.
Neben der Senkung der Emissionen bei der Herstellung von Zement, bietet auch der intelligente und ressourcenschonende Einsatz von Beton im Bauwerk große Einsparungspotenziale, zum Beispiel auch mittels Bauteilaktivierung, also dem Heizen und Kühlen über die Betondecke.