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Concrete Student Trophy 2009 - Interkultureller Handshake über den Wienfluss

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1. Preis für Grazer TU-Studenten aus Bosnien und Slowenien für "bridge"

Die beiden Studenten Boško Marušić (Architekt) aus Bosnien und Blaž Mulavec (Bauingenieur) aus Slowenien konnten sich mit ihrem Projekt "bridge" erfolgreich von der Konkurrenz absetzen und sicherten sich damit den ersten Platz bei der Concrete Student Trophy 2009. Zwei Brückenteile, die einen Handschlag über den Wienfluss symbolisieren, bilden die Basis des Entwurfs dieser barrierefreien Fuß- und Radwegbrücke mit Klappfunktion. Drei ex aequo platzierte, interdisziplinäre Teams folgen auf Rang zwei. Jury-Vorsitzende Univ. Prof. Arch. Elsa Prochazka: "Die außergewöhnlich hohe Qualität dieser Einreichungen führte uns zu dieser ungewöhnlichen Entscheidung." Der Architektur- und Konstruktionswettbewerb ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Am 18. November 2009 wurden das Siegerprojekt "bridge" mit einem Preisgeld von 4.000 Euro, die drei zweitplatzierten Projekte "curved connection", "Promenade Wien" und "the floating bridge" mit jeweils 2.000 Euro prämiert. Zwei weitere Einreichungen erhielten Anerkennungspreise von jeweils 1000 Euro. Alle prämierten Projekte überzeugten durch ihre Praxisnähe.
Die Concrete Student Trophy fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Bautechnikern und Architekten. Die Studenten sollen so bereits während ihres Studiums die Vorteile einer fachübergreifenden Zusammenarbeit lernen. „Die interdisziplinäre Zusammenarbeit führt zu kreativen und innovativen Lösungen und zeigt die unendlich vielen Potentiale des Baustoffes Beton auf“, zeigt sich DI Felix Friembichler, Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), mit den diesjährigen Einreichungen sehr zufrieden "und es wird damit eine neue Generation von Architekten und Bauingenieuren ausgebildet."

Wettbewerbsthema 2009: Klappbare Fuß- und Radwegbrücke

Ausgeschrieben war der Vorentwurf einer klappbaren Fuß- und Radwegbrücke in Betonbauweise über den Wienfluss bei der Urania. Die Herausforderungen dabei waren eine Mündungsbreite von 60 Metern, die eine dementsprechend große Brückenspannweite erforderlich macht, sowie die Nutzung des Wienflusses als Verkehrsweg für den Schnellkatamaran Twin City Liner, der mehrmals am Tag zwischen Wien und Bratislava verkehrt und den Einmündungsbereich des Wienflusses für seine Wendemanöver benötigt. Die direkte Nachbarschaft zu historischen und unter Denkmalschutz stehenden Objekten wie Urania, Radetzkybrücke und Zollamtssteg stellte eine zusätzliche Aufgabe dar.

Platz 1: "bridge" - Handshake über den Wienfluss

Der gebürtige Bosnier, Architekturstudent Boško Marušić und Bauingenieurstudent Blaž Mulavec aus Slowenien, beide Studenten der TU Graz, konnten sich den ersten Platz und damit ein Preisgeld in der Höhe von 4.000 Euro sichern. So wie sich die beiden Studenten nicht nur interdisziplinär sondern auch interkulturell verbunden haben, schaffen sie mit ihrem Projekt "bridge" eine Verbindung zweier Stadtteile sowie auch eine soziale Interaktionsfläche zwischen Mensch und Umgebung. "Die beiden leicht gebogenen Brückenteile verbinden sich zu einem Handschlag, der den Menschen bei der Überquerung das Gefühl von Geborgenheit und Freiheit gibt", beschreiben die Sieger ihr Projekt. Ästhetisch kokettiert die moderne Klappbrücke dabei mit dem historischen Hintergrund von Radetzkybrücke und Urania. Jury-Vorsitzende Univ.-Prof. Arch. Elsa Prochazka zur Entscheidung der Jury: "Das Projekt besticht durch die umfassende Bearbeitung unterschiedlicher Entwurfsaspekte mit hohem Qualitätsanspruch und fügt sich städtebaulich, sowie selbstbewusst in das sehr heterogene Umfeld ein. Das gewählte statische Prinzip ist plausibel, einfach umzusetzen und ökonomisch angemessen gewählt. Die Jury war von den detailliert durchdachten Aspekten und dem hohen Ausarbeitungsgrad der Arbeit äußerst beeindruckt."

Platz 2: "the floating bridge" - Brücke und Bühne

Der Tiroler Architekturstudent Christian Widmann und der Südtiroler Bauingenieurstudent Martin Griessmair von der TU Innsbruck dürfen sich über den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Platz freuen. Neben einem verbesserten Sicherheitskonzept für Fußgänger und Radfahrer ermöglicht das Projekt "the floating bridges" auch den zwischenmenschlichen Austausch in Form einer in den Brückenkomplex integrierten Freizeitanlage, die für Kultur- als auch für Sportveranstaltungen nutzbar ist. Der Ideenansatz, zwei auskragende Brückentragwerke in die Uferzonen hineinzudrehen - wobei ein Teil auch multifunktional einsetzbar ist - wurde von der Jury positiv gewürdigt, ebenso wie die vorgeschlagene Funktionalität der Tragwerksnutzung. Kritisch beurteilt wurden die Höhenlage des gesamten Brückentragwerkes und die damit verbundenen verkehrstechnischen Lösungsvorschläge, sowie die Lastverteilung in den Kragarmen.

Platz 2: "curved connection" - Klappmechanik nur bei Hochwasser

Die beiden Architekturstudentinnen Krisztina Starmüller aus Slowenien und Andrea Grac, gebürtige Serbin, konnten gemeinsam mit dem oberösterreichischen Bauingenieurstudenten David Wimmer, alle von der TU Wien, ebenfalls den zweiten Platz belegen und dafür 2.000 Euro in Empfang nehmen. Ihr Projekt "curved connection" schmiegt sich kreisförmig an den Bestand der beiden Ufer an und versucht dabei soviel offene Wasserfläche wie möglich zu erhalten. Beide Brückenköpfe sollen dank großzügiger Leuchtflächen auch am Abend als belebte Aufenthaltsorte dienen. Besonders positiv beurteilt die Jury den bestechend einfachen Lösungsansatz, der eine Wegführung nahe der vorhandenen Radetzkybrücke vorsieht. Bei normalem Wasserstand bleibt so der Wenderadius für  kleinere Schiffe gewährleistet, ohne die Brücke klappen zu müssen, und macht nur in Hochwasserfällen und bei extrem langen Schiffen eine Inbetriebnahme der Aufklappmechanik notwendig. Hervorgehoben wird auch die Anbindung an die bestehende Stiegenanlage und das vorgeschlagene Beleuchtungskonzept. Der Jury fehlt allerdings der in der Ausschreibung geforderte Aspekt der städtebaulichen Zeichenhaftigkeit.

Platz 2: "Promenade Wien" - Elegante Linie und Entschleunigungszone

Die beiden Architekturstudenten Gustav Ibing aus Deutschland, Oliver Schörgl aus Oberösterreich sowie der Grazer Bauingenieurstudent Gerhard Schaunig von der TU Graz teilen sich als drittes Team Platz zwei und erhalten dafür 2.000 Euro. Die "Promenade Wien" betont besonders das einzigartige Umfeld des Mündungskanals von Donaukanal und Wienfluss und schafft durch die geschwungene Brückenführung eine "Entschleunigungszone" zum Schlendern, Verweilen und Tratschen. Das Projekt besticht die Jury durch seine elegante und städtebaulich gut eingebundene Linienführung, die durch eine raffinierte Lichtinszenierung weiter unterstrichen wird. In Frage gestellt wird, ob das gewählte minimalistische Erscheinungsbild statisch überzeugend umgesetzt werden kann.

Anerkennungspreise

Architekturstudent Christian Pichlkastner und Bauingenieurstudentin Daniela Puffer von der TU Graz dürfen sich über einen Anerkennungspreis und eine Dotierung von 1.000 Euro für ihr Projekt "Scripted Bridge" freuen. Ebenso wie Architekturstudent Maximilian Mayrhofer und Bauingenieurstudent Dominik Schmidt von der TU Wien für ihr Projekt "Ringverbindung".

Der Wettbewerb und seine Träger

Die Concrete Student Trophy wird für herausragende Seminararbeiten, Projektarbeiten und Entwürfe vergeben, bei deren Gestaltung und Konstruktion dem Werkstoff Beton eine wesentliche Rolle zukommt. Getragen wird der Wettbewerb durch ein Konsortium, bestehend aus der Alpine Bau GmbH, der PORR GesmbH und der Strabag AG, der Stadt Wien, MA 29 – Brückenbau und Grundbau, dem Verband der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe (VZI), dem Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) und der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), unter der fachlichen Begleitung der TU Wien und der TU Graz.

Juroren

Bmstr. Ing. Karl Gruber, Alpine Bau GmbH; o.Univ.-Prof. DI Dr. Johann Kollegger, TU Wien, Institut für Tragkonstruktionen; Univ.-Prof. Mag. Arch. Elsa Prochazka, elsa prochaska – architekturbüro wien (Vorsitzende); DI Dr. Wilhelm Andreas Reismann, iC consulenten ZT GesmbH, Präsident des Verbandes der Ziviltechniker- und Ingenieurbetriebe (VZI); o.Univ.-Prof. DI Dr. Lutz Sparowitz, TU-Graz, Institut für Betonbau; SR DI Gerhard Sochatzy, MA 29 – Brückenbau und Grundbau; DI Dr. Bernd Wolschner, SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG, Präsident des Verbandes Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB)