Glossar
In unserem Glossar von zement.at finden Sie zentrale Begriffe rund um Zement, Beton und Bauwesen verständlich erklärt und kompakt aufbereitet. Ideal zum Nachschlagen, Vertiefen und Einordnen technischer Inhalte.
A
Abreißfestigkeit
Die Zugfestigkeit einer definierten Betonfläche im Oberflächenbereich wird durch einen Abreißversuch ermittelt (entscheidend für die weitere Bearbeitung).
Albedo
Ein Maß für das Rückstrahlvermögen einer Oberfläche. Oberflächen aus Beton (Pflaster, Straßendecken) haben eine hohe Albedo (0,20–0,40), wodurch mehr Sonnenenergie in die Atmosphäre reflektiert wird. Dies wirkt dem städtischen Wärmeinseleffekt und der globalen Erwärmung entgegen.
Alternativbrennstoffe (Ersatzbrennstoffe)
Aufbereitete, nicht recycelbare Reststoffe (z. B. Altreifen, Altkunststoffe, Papierschlämme), die fossile Brennstoffe im Zementofen teilweise ersetzen und energetisch genutzt werden.
Ausblühungen
Ablagerungen an der Betonoberfläche (meist Kalk) durch die Feuchtigkeitswanderung während der Erhärtung. Bei ungünstigen Bedingungen gelangt ein erhöhter Kalkanteil zur Oberfläche (mit CO₂ aus der Luft entsteht CaCO3).
B
Baustoffrecycling
(Wieder-)Verwertung von Alt- oder
Restbaustoffen, die den natürlichen
Baustoffen wie Sand, Kies und Schotter
qualitätsmäßig entsprechen und die
bautechnischen Anforderungen des Straßen-, Wege-, Verkehrsflächenbaus, des Hoch- und Tiefbaus sowie des Erdbaus erfüllen. Mit der Verwendung von Recyclingbaustoffen werden
Rohstoffe geschont und zugleich Deponieraum gespart.
Restbaustoffen, die den natürlichen
Baustoffen wie Sand, Kies und Schotter
qualitätsmäßig entsprechen und die
bautechnischen Anforderungen des Straßen-, Wege-, Verkehrsflächenbaus, des Hoch- und Tiefbaus sowie des Erdbaus erfüllen. Mit der Verwendung von Recyclingbaustoffen werden
Rohstoffe geschont und zugleich Deponieraum gespart.
Bauteilaktivierung (Thermische Bauteilaktivierung)
Ein Heiz- und Kühlsystem, das das hervorragende Wärmespeichervermögen massiver Betonbauteile nutzt. Wasserführende Rohre im Beton temperieren große Flächen gleichmäßig und senken die Betriebskosten. Mit entsprechender Regelung kann die Masse von Beton auch für die thermische Energiespeicherung genutzt werden.
Beton
Ein menschgemachter Stein, der durch das Mischen von Gesteinskörnung. Zement (als Bindemittel) und Wasser entsteht. Beton ist nach Wasser der meistgenutzte Stoff der Welt.
Beton, bewehrt
Wird im Allgemeinen als Stahlbeton bezeichnet.
Beton, unbewehrt
Verwendung findet er beispielsweise bei Kellerwänden, Mauerwerksbau, Fundatementen, Staumauern oder Bodenplatten, in denen keine große Spannungen herrschen.
Betonbruch
Material, das bei Abbruch- und Umbauarbeiten von Betonbauwerken oder Betonprodukten anfällt.
Betonfertigteil
Betonprodukt, das en einem anderen Ort als dem tatsächlichen Ort der Verwendung vorfabriziert und in ausgehärtetem Zustand in seine endgültige Lage versetzt wird.
Betoninstandsetzung
Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gebrauchstauglichkeit und/oder Dauerhaftigkeit.
Blainewert
Ein standardisiertes Maß für die Feinheit von Zement (Oberfläche pro Masse in cm²/g). Je feiner der Zement gemahlen ist (hoher Blainewert), desto reaktiver ist er und desto schneller entwickelt der Beton seine Festigkeit.
Bluten
Wasserabsonderungen an der Oberfläche von Frischbeton.
Braune Wanne / Schwarze Wanne
Abdichtungsverfahren zum Hochwasserschutz. Bei der Braunen Wanne dichtet eine Schicht aus natürlichem Tonmineral (Natriumbentonit) das Bauwerk ab, bei der Schwarzen Wanne übernehmen dies Bitumendickbeschichtungen.
C
Calcinator
siehe Vorwärmer
Carbonatisierung
Ein natürlicher Prozess, bei dem der Zementstein im Beton über seinen Lebenszyklus CO₂ aus der Luft aufnimmt und dauerhaft als Kalkstein bindet. Dadurch fungiert Beton als anerkannte CO₂-Senke.
CCUS
Sammelbegriff für Technologien zur technischen Abscheidung von CO₂ aus industriellen Abgasen sowie zu dessen anschließender Nutzung oder dauerhafter Speicherung.
CE-Konformitätszeichen
Produkte mit diesem Zeichen entsprechen den geltenden europäischen Richtlinien für das jeweilige Produkt. Die CE-Kennzeichnung ist rechtlich kein Gütesiegel (Qualitätszeichen), sondern dokumentiert die Einhaltung der gesetzlich zulässigen Mindestanforderungen für das „Inverkehrbringen“ des Produktes.
CO₂ Abscheidung
Technische Verfahren, mit denen CO₂ gezielt aus Abgasen abgetrennt wird.
CO₂ Senke
Prozess oder Speicher, der der Atmosphäre CO₂ entzieht und es langfristig bindet. Auch Beton nimmt über den Lebenszyklus CO₂ wieder auf. Dieses physikalisch-chemische Potenzial ist fachlich anerkannt und muss regelwerkskonform berücksichtigt werden.
CRCP (Continuously Reinforced Concrete Pavement)
Eine durchgehend bewehrte Betonfahrbahn ohne Querfugen. Diese Bauweise ist besonders robust, langlebig und verursacht extrem geringe Wartungskosten über den Lebenszyklus.
D
Dauerhaftigkeit
Wird bestimmt durch Art und Menge der Ausgangsstoffe und der Dichtheit des Gefüges. Eine exakte Ausschreibung der Betonqualität (Expositionsklassen
und Festigkeit) ist für die Dauerhaftigkeit des Betonbauwerkes wesentlich.
und Festigkeit) ist für die Dauerhaftigkeit des Betonbauwerkes wesentlich.
Dekarbonatisierung
Beim Brennvorgang bei der Zementherstellung wird dem Rohmehl CO2 ausgetrieben, dieser Vorgang wird als Dekarbonatisierung bezeichnet – siehe auch Entsäuerung.
Drehrohrofen
Ein zylindlischer, rotierender und leicht geneigter Stahlofen im Zementwerk. Darin wird das Rohmehl bei Temperaturen von rund 1.450 °C zu sogenanntem Zementklinker gebrannt.
Druckfestigkeit
Beschreibt die wesentliche Eigenschaft des Betons, extrem hohen Belastungen auf Druck standzuhalten (häufig angegeben in N/mm² oder MPa).
E
Emissionen
Emissionen sind Aussendungen/Ausstöße von
Störfaktoren in die Umwelt. Typische Beispiele: Abgase von Autos oder Schornsteinen, Abwässer von Fabriken, aber auch Lärm und Licht können als
Emissionen bezeichnet werden.
Störfaktoren in die Umwelt. Typische Beispiele: Abgase von Autos oder Schornsteinen, Abwässer von Fabriken, aber auch Lärm und Licht können als
Emissionen bezeichnet werden.
Emissionshandel
Der EU-Emissionshandel ist ein Instrument der EU-Klimapolitik mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen zu senken, indem eine begrenzte Zahl an Emissionsrechten ausgegeben und anschließend auf einem Markt gehandelt wird.
Energiebedingte Emissionen
CO₂-Emissionen, die durch die Bereitstellung der für die Klinkerherstellung erforderlichen hohen Temperaturen (durch den Einsatz von Brennstoffen) entstehen.
Entsäurerung
Entsäuerung ist die Abspaltung von CO₂ aus dem Kalkstein beim Brennprozess – siehe
auch Dekarbonatisierung.
auch Dekarbonatisierung.
Ersatzbrennstoffe
siehe Alternativbrennstoffe
Ersatzrohstoffe
Ersatzrohstoffe sind Rohstoffe, welche vorwiegend aus ausgewählten Abfällen gewonnen werden und als Ersatz der natürlichen Rohstoffe (Kalkstein und Mergel) dienen. Der Anteil an Ersatzrohstoffen (z.B. Ziegelsplitt von abgerissenen Bauwerken, Flugasche von Heizkraftwerken) beträgt bereits über 10 %.
Expositionsklassen
Eine Einteilung von chemischen und physikalischen Umwelteinflüssen (z. B. Frost, Chlorid, Sulfat), die bestimmen, welche Betonzusammensetzung gewählt werden muss, um die Dauerhaftigkeit eines Bauteils sicherzustellen.
F
Fallgewichtsdeflektometer
Ein Messgerät, das im Vorfeld von Straßensanierungen eingesetzt wird, um die Tragfähigkeit der bestehenden Schichten (z. B. der alten Zementstabilisierung) flächendeckend zu prüfen.
Faserbeton
Beton mit Fasern aus z.B. Stahl oder Kunststoff, die bestimmte Eigenschaften des Betons verbessern (Zug- bzw. Schlagfestigkeit, Verformbarkeit). Kunststofffasern (meist Polypropylenfasern) verhindern bei sehr raschem Aufheizen des Betons (z.B. Tunnelbrand) Abplatzungen des Betons.
Filter-, Drainbeton
Hier werden die Gesteinskörnungen so gewählt, dass nach dem Abbinden möglichst viel Hohlraum zwischen den Körnern entsteht, wodurch Wasser gut abfließen kann.
Flugasche
Ein staubförmiger Rückstand aus Verbrennungsprozessen (z. B. in Kohlekraftwerken). Schadstofffreie Flugasche wird als mineralischer Zusatzstoff (Zumahlstoff) in der Zementherstellung genutzt, um Klinker zu ersetzen.
Frischbeton
So wird der fertiggemischte Beton genannt, solange er noch nicht ausgehärtet ist und verarbeitet sowie verdichtet werden kann.
Frost-Taumittel-Beständigkeit
Der Angriff von Frost in Kombination mit Taumittel wirkt verstärkt schädigend auf den Beton und erfordert besonders geeignete Betone.
Frostbeständigkeit
Beständigkeit des Betons gegen Frost-Tau-Wechsel. Künstlich eingeführte Luftporen erhöhen die Beständigkeit.
Frühfestigkeit
Die Festigkeit des Betons in sehr jungem Alter (nach Stunden oder wenigen Tagen). Sie ist entscheidend dafür, wann Bauteile ausgeschalt oder Betonstraßen für den Verkehr freigegeben werden können.
Färbiger Beton
Durch Zugabe von Farbpigmenten (meist Metalloxyden) kann fast jede Farbe erzeugt werden.
G
Gesteinskörnungen
Natürliche (wie Sand, Kies, Schotter) oder künstliche Körner (Betonbruch bzw. Recyclingkörnung), die etwa 80 % der Masse des Betons ausmachen und vom Zementleim vollständig umhüllt und verklebt werden.
Getemperte Tone
Tone sind Gemische aus meist mehreren Mineralen und einer großen Anzahl von Begleitmineralen. Beim Tempern werden die Tone auf eine bestimmte Temperatur erhitzt und entwickeln so reaktive Eigenschaften. Unter geeigneten Bedingungen können getemperte Tone bis zu 50 % des Zementklinkers ersetzen. Das Tempern der Tone ist nicht so energieintensiv wie das Brennen von Zementklinker, da nicht so hohe Temperaturen notwendig sind, zudem entfällt die CO₂-Emission durch die Entsäuerung
des Kalksteins.
des Kalksteins.
Gleitschalungsfertiger
Eine Spezialmaschine für den Straßenbau. Sie formt und verdichtet den Frischbeton kontinuierlich in der Vorwärtsbewegung (ohne stehende Schalung), etwa beim Bau von Fahrbahndecken oder Betonleitwänden.
Griffigkeit
Eine für die Verkehrssicherheit essenzielle Eigenschaft der Betonfahrbahn, die durch spezielle Oberflächenbehandlungen (z. B. durch die Herstellung einer Waschbetonoberfläche oder "Grinding and Grooving") sichergestellt und bei Zustandsbewertungen gemessen wird.
H
Heizlast
Die Heizleistung in Watt oder Kilowatt, die einem Raum oder Gebäude zugeführt werden muss, um selbst bei widrigsten winterlichen Bedingungen die gewünschte Solltemperatur zu halten.
Hochofenschlacke
Ist ein Nebenprodukt der Roheisenerzeugung. Während das flüssige Roheisen zur Weiterverarbeitung von Stahl dient, wird die flüssige Schlacke aus dem Hochofen abgezogen und in einer Rinne mit viel Wasser rasch gekühlt. Dabei zerspringt die flüssige Schlacke in feine sandförmige Körnchen. Die sogenannte granulierte Hochofenschlacke (auch Hüttensand genannt) kann für bestimmte Zementsorten als Zumahlstoff gemeinsam mit dem Klinker zu Zement vermahlen werden.
Homogenisierung
Unter Homogenisierung versteht man die Schaffung einer homogenen, das heißt einer möglichst gleichartigen und gleichmäßigen Mischung des Rohmehls.
Hydratation
Der chemische Reaktionsprozess zwischen Zement und Wasser. Es bilden sich feine Kristalle, die ineinandergreifen und so zum Erstarren und dauerhaften Erhärten des Betons (Zementstein) führen.
Hydraulisch
Hydraulisch nennt man Stoffe, die mittels Einbindung von Wasser sowohl an der Luft
als auch unter Wasser erhärten.
als auch unter Wasser erhärten.
Hüttensand
Hüttensand ist ein feinkörniges (< 5 mm) Nebenprodukt der Roheisenherstellung.
Seit über 100 Jahren wird gemahlener
Hüttensand überwiegend in der
Zementindustrie als Hauptbestandteil
von sogenannten Portlandhütten- und
Hochofenzementen verwendet und
macht den Zement besonders resistent gegen den Angriff von Chemikalien wie z. B. Säuren.
Seit über 100 Jahren wird gemahlener
Hüttensand überwiegend in der
Zementindustrie als Hauptbestandteil
von sogenannten Portlandhütten- und
Hochofenzementen verwendet und
macht den Zement besonders resistent gegen den Angriff von Chemikalien wie z. B. Säuren.
I
Instandsetzung
Fachmännische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gebrauchstauglichkeit und/oder Dauerhaftigkeit von bestehenden Bauwerken.
J
Joule
Die internationale (SI-)Maßeinheit für Energie. In der Heizungs- und Bauphysik wird oft die größere Einheit Kilowattstunde (kWh) verwendet, wobei 1 kWh genau 3,6 Millionen Joule entspricht.
K
Kalk oder Kalkstein
Kalk oder Kalkstein ist ein Sedimentgestein, das überwiegend aus dem chemischen Stoff
Calciumcarbonat (CaCO3) besteht. Kalksteine besitzen eine enorme wirtschaftliche Bedeutung als Rohstoff für die Bauindustrie und als Naturwerkstein.
Calciumcarbonat (CaCO3) besteht. Kalksteine besitzen eine enorme wirtschaftliche Bedeutung als Rohstoff für die Bauindustrie und als Naturwerkstein.
Klimazölle
Instrument zur Bepreisung von Produkten, die aus Drittstaaten mit geringeren Klimaschutzvorgaben importiert werden. Der Fachbegriff lautet Carbon Border Adjustment
Mechanism (CBAM).
Mechanism (CBAM).
Klinker (Portlandzementklinker)
Das bei hohen Temperaturen im Ofen aus Kalkstein und Ton bzw. Mergel sowie auch sekundären Rohstoffen hergestellte, harte Zwischenprodukt (Granalien), das den Hauptbestandteil von Zement bildet. Ein geringerer Klinkerfaktor (Anteil im Zement) verbessert die CO2-Bilanz.
Klinkerfaktor
Anteil von Klinker im Zement. Ein geringerer Klinkeranteil reduziert in der Regel die CO₂-Intensität des Produkts.
Klinkerkühler
Treppenförmiger Kühler, welcher dem
Drehrohrofen nachgeschaltet ist und den heißen Klinker unmittelbar nach Verlassen des Drehrohrofens per Luft kühlt. Die dabei entstehende Heißluft wird sowohl im Drehrohrofen als Verbrennungsluft als auch in der Wärmerückgewinnungsanlage zur Erzeugung von Heißwasser genutzt.
Drehrohrofen nachgeschaltet ist und den heißen Klinker unmittelbar nach Verlassen des Drehrohrofens per Luft kühlt. Die dabei entstehende Heißluft wird sowohl im Drehrohrofen als Verbrennungsluft als auch in der Wärmerückgewinnungsanlage zur Erzeugung von Heißwasser genutzt.
Konformitätskriterien
Konformität bedeutet hier die Übereinstimmung eines hergestellten
Betons mit den in der Norm vorgegebenen, festgelegten Eigenschaften. Da eine völlige Übereinstimmung üblicherweise nicht erreicht werden kann, formuliert die Norm sog. Konformitätskriterien (z. B. für die Druckfestigkeit, die Konsistenz, den Wasserzementwert), in denen die erlaubten
Abweichungen aufgeführt sind. Die Kriterien können Anforderungen an absolute Höchst- oder Mindestwerte, Wertespannweiten oder andere statistische Kennwerte einer Prüfwertegesamtheit sein.
Betons mit den in der Norm vorgegebenen, festgelegten Eigenschaften. Da eine völlige Übereinstimmung üblicherweise nicht erreicht werden kann, formuliert die Norm sog. Konformitätskriterien (z. B. für die Druckfestigkeit, die Konsistenz, den Wasserzementwert), in denen die erlaubten
Abweichungen aufgeführt sind. Die Kriterien können Anforderungen an absolute Höchst- oder Mindestwerte, Wertespannweiten oder andere statistische Kennwerte einer Prüfwertegesamtheit sein.
Korrekturmaterialien
Korrekturstoffe in der Zementherstellung, die den Rohstoffen zur Optimierung der Zusammensetzung zugegeben werden.
Kreislaufwirtschaft
Ein nachhaltiges Wirtschaftssystem, bei dem Energie und Ressourcen im Kreislauf geführt werden. Dazu zählt, wenn mineralische Baustoffe nach dem Gebäudeabbruch am Lebensende nicht deponiert, sondern als wertvolle Sekundärrohstoffe für neue Bauprodukte (z. B. in der Klinkerherstellung oder als Recyclingbeton) wiederverwendet werden. Auch Langlebigkeit, Wiederverwendung und Umnutzung sind Teil der Kreislaufwirtschaft.
Kugelmühle
Kugelmühle ist ein Aggregat, bei dem Kugeln zur Mahlung des Mahlgutes eingesetzt werden. Kugelmühlen kommen großtechnisch zum Zerkleinern von Klinker, Erzen, Kohle usw. zum Einsatz und sind in der Regel aus einem horizontal oder leicht geneigten, drehbar gelagerten Zylinder aufgebaut. Die Kugeln darin sind meistens aus Stahl, können aber auch aus, Stein, Porzellan oder Keramik sein. Durch die Rotation des Zylinders schlagen die Kugeln aufeinander und zertrümmern das Mahlgut in ganz feine Körner.
L
LCC (Life-Cycle Cost Analysis)
Lebenszykluskosten-Analyse. Im Straßenbau zeigt sie, dass Betonstraßen durch ihre lange Lebensdauer und Wartungsarmut oft wirtschaftlicher sind als Asphaltbeläge, da spätere Erhaltungskosten entfallen.
Lebenszyklusbetrachtung (Life Cycle Assessment):
Die umfassende Bewertung der Umweltauswirkungen eines Bauwerks – von der Herstellung über die gesamte Nutzungsdauer bis hin zu Instandhaltung und Rückbau.
Luftschadstoffe
Emissionen wie Staub, Stickstoffoxide (NOx) oder Schwefeldioxid, die bei der Zementproduktion streng gesetzlich geregelt sind und durch aufwendige Filteranlagen minimiert werden.
M
Mergel
Ein weltweit verbreitetes Sedimentgestein, das in der Natur vorkommt und etwa zur Hälfte aus Ton und Kalk besteht. Es ist ein elementarer Primärrohstoff für die Zementherstellung.
Mischbett
Im Mischbett wird das Rohmaterial
(Kalkstein, Sand, Ton) auf die für die
Zementherstellung notwendige
Zusammensetzung vorgemischt und
homogenisiert (vergleichmäßigt). Dies
ist die Voraussetzung für eine gleichmäßige Klinker- und Zementqualität.
(Kalkstein, Sand, Ton) auf die für die
Zementherstellung notwendige
Zusammensetzung vorgemischt und
homogenisiert (vergleichmäßigt). Dies
ist die Voraussetzung für eine gleichmäßige Klinker- und Zementqualität.
Mörtel
Gemisch aus Bindemittel, Wasser und
Gesteinskörnung, letztere mit höchstens 4 mm, das nach einer bestimmten Zeit erstarrt und erhärtet. Mörtel dienen beispielsweise zum Verbinden von Mauersteinen oder zum Verputzen von Bauteilen.
Gesteinskörnung, letztere mit höchstens 4 mm, das nach einer bestimmten Zeit erstarrt und erhärtet. Mörtel dienen beispielsweise zum Verbinden von Mauersteinen oder zum Verputzen von Bauteilen.
Mörteltechnische Eigenschaften
Mechanische Eigenschaften eines normierten Mörtels, wie Verarbeitbarkeit, Erstarrungsverhalten, Plastizität, Feuchtigkeitsregulierung, Dichtigkeit, Schutz gegen chemische Angriffe u. a.
N
Natürliche Ressourcen
Bestandteile der Natur wie Primärrohstoffe (Kalkstein, Wasser), deren Verbrauch durch den Einsatz von alternativen Materialien und Sekundärrohstoffen massiv geschont wird.
Ö
ÖNORM
Eine von ASI (Austrian Standards International) veröffentlichte nationale österreichische Norm (z. B. ÖNORM B 4710-1 für Beton), die Vorgaben zu Eigenschaften, Herstellung und Konformität von Bauprodukten regelt.
P
Portlandzementklinker
siehe Klinker
Prozessemissionen
CO₂-Emissionen, die unvermeidbar bei der chemischen Umwandlung von Kalkstein zu Klinker (Entsäuerung) entstehen. Sie sind materialbedingt und unabhängig von den eingesetzten Brennstoffen.
Puzzolan
Ein kiesel- und tonerdreicher Zusatzstoff (natürlich oder künstlich), der als Zumahlstoff in bestimmten Zementsorten (z. B. CEM IV Puzzolanzement) verwendet wird.
Q
Qualitätssicherung
Prozessbegleitende, strenge Kontrollen im Labor, aber auch auf der Baustelle. Durch die chemische und physikalische Überprüfung wird garantiert, dass Zement und Beton den europäischen Vorgaben (CE-Konformität) und nationalen Normen (ÜA-Zeichen) entsprechen.
R
Recycling
Die Wiederverwertung von Altbeton oder Restbaustoffen. Fraktionen aus Pulver, Sand und Steinen können aus Abbruchmaterial gewonnen und in neuem Beton wiederverwertet werden.
Rekultivierung
ist die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen für Pflanzen und
Tiere.
Tiere.
Resourcen
sind materielle Mittel wie z. B. Rohstoffe, Geld, Energie (siehe auch „natürliche Ressourcen“).
Rohmehl
Ein in der Rohmühle fein gemahlenes Pulvergemisch aus Kalkstein, Mergel und Korrekturmaterialien, das im Drehrohrofen erhitzt und zu Klinker gebrannt wird.
S
Schalung
Die Schalung ist die Form, in die Frischbeton zur Herstellung von Betonbauteilen eingebracht wird. Nach dem Erhärten des Betons wird
sie im Regelfall entfernt.
sie im Regelfall entfernt.
Schleppplatte
Ein Stahlbetonbauteil, das am Übergang zwischen einer Brücke und der anschließenden Fahrbahn eingebaut wird, um temperaturbedingte Ausdehnungen auszugleichen und Risse im Belag zu verhindern.
Schwammstadt
Ein Konzept der Stadtplanung, bei dem Regenwasser vor Ort versickert, gespeichert bzw. verdunstet wird, beispielsweise durch wasserdurchlässige Straßen- und Platzbeläge (Pflastersteine/Platten) lokal in den Wurzelraum von Bäumen geleitet und gespeichert wird. Das Konzept wirkt der Überhitzung entgegen.
Sekundärrohstoffe
Aufbereitete mineralische Rest- und Nebenprodukte aus anderen Industrien (z. B. Schlacken, Aschen, Ziegelsplitt), die anstelle von Primärrohstoffen aus der Natur eingesetzt werden.
Sinterung
Feinkörnige, pulvrige Stoffe werden vermischt und auf Temperaturen unterhalb deren Schmelztemperatur erhitzt. Dadurch entstehen neue Verbindungen wie z. B. im Klinker.
Smart Crushing (Intelligentes Brechen)
Ein innovatives Recyclingverfahren, bei dem alte Betonbrocken durch spezielle Brechbacken so zerkleinert werden, dass sich der alte Zementstein wesentlich besser von der ursprünglichen Gesteinskörnung trennt.
Spurenelemente
Bestimmte Metalle (z. B. Zink, Blei, Kupfer), die in Brennstoffen oder Rohstoffen in sehr geringen Konzentrationen auftreten und deren Emissionen kontinuierlich streng überwacht werden.
Sulfatträger
Gips (CaSO4•2 H₂O) und Anhydrit (CaSO4) werden zur Steuerung einer zeitlichen Verzögerung der Erstarrung des Zementleims im Frischbeton bei der Zementherstellung zugemahlen.
T
Ton
ist ein natürlich vorkommendes Material und enthält überwiegend Schichtsilikate und Wasser.
Topping
Ein ressourcenschonendes Sanierungsverfahren für verdrückte Asphaltstraßen (Spurrillen). Beim White Topping wird die alte Oberfläche abgefräst und durch eine verhältnismäßig dünne, aber extrem formstabile Betonschicht ersetzt, wobei der Straßenunterbau erhalten bleibt.
Tuchfilter
Eine technische Vorrichtung zur Entstaubung von Abgas und Abluft. Der staubhaltige Gasstrom wird durch Filtertücher gesaugt, wobei der Staub aufgefangen und oft wieder in den Prozess zurückgeführt wird.
Tübbing
Millimetergenau vorgefertigte, gebogene Betonsegmente, die zusammengesetzt werden, um die Röhre eines Tunnels oder Abwasserkanals statisch zu sichern und abzudichten.
U
UHIE (Urban Heat Island Effect)
Der städtische Wärmeinseleffekt, der zu extremen Hitzetagen in Ballungsräumen führt. Durch helle Oberflächen (hohe Albedo) wird mehr Sonnenlicht reflektiert und dieser Effekt nachweislich gemildert.
Umwelt-Produktdeklaration (EPD)
Ein standardisiertes Dokument (Environmental Product Declaration), das verifizierte und transparente Daten über den CO₂-Fußabdruck und die Umweltauswirkungen eines Produkts liefert; essenziell für die EU-Taxonomie.
Ü
ÜA Zeichen
Ein in Österreich gesetzlich vorgeschriebener Nachweis (Übereinstimmung Austria), der die sichere Verwendbarkeit und Qualität von Bauprodukten wie Zement und Fertigteilen bestätigt.
V
Vorwärmer (Calcinator)
Ein Vorwärmer (meist Zyklonvorwärmer) ist ein mehrstufiger Wärmetauscherturm, der im Zementwerk dazu dient, das Rohmehl vor dem Eintritt in den Calcinator und den Drehrohrofen durch das aufsteigende, heiße Abgas im Gegenstrom effizient vorzuwärmen und zu entsäuern. Moderne Anlagen nutzen in der Regel 4–6 Zyklonstufen.
W
Walzbeton
Ein erdfeuchter Spezialbeton mit sehr niedrigem Wassergehalt. Er wird ähnlich wie Asphalt mit Straßenbaufertigern eingebaut, anschließend mit schweren Walzen verdichtet und zeichnet sich durch hohe Tragfähigkeit und schnelle Befahrbarkeit aus.
Walzenmühle
besteht aus zwei gleich großen Walzen, die sich mit gleicher Geschwindigkeit gegenläufig drehen und das zu brechende Material in der Mitte zerkleinern.
Wasserzementwert W/B Wert
Das Masseverhältnis von wirksamem Wasser zu anrechenbarem Bindemittel im Beton. Ein niedriger W/B-Wert führt zu einem dichten, festen und besonders dauerhaften Zementstein.
Wärmetauscher
Anlage, die die heiße Abluft aus dem Ofen nutzt, um das Zementrohmehl vorzuwärmen, was massiv Energie einspart.
X
X-Klassen
Die normativen Kürzel für Expositionsklassen (z. B. XC für Karbonatisierung, XF für Frost). Sie definieren die chemischen und physikalischen Angriffe auf den Beton und geben dem Planer vor, welche Betonsorte gewählt werden muss.
Y
Yield (Rendite)
Im immobilienwirtschaftlichen Kontext (z. B. bei gewerblichen Bauherren) der finanzielle Ertrag eines Gebäudes. Die Rendite und Flächeneffizienz lassen sich durch schlanke, langlebige und wartungsarme Tragwerksstrukturen aus hochfesten Betonen optimieren (Ergänzung basierend auf den diskutierten "Expectations" von Investoren).
Z
Zement
Ein fein gemahlenes, hydraulisches Bindemittel, das in Verbindung mit Wasser erhärtet und die Gesteinskörnungen im Beton dauerhaft miteinander verklebt.
Zementleim
ist eine zähflüssige Mischung aus Zement und Wasser und bildet das Bindemittel für Beton. Ausgehärteter Zementleim wird auch als Zementstein bezeichnet.
Zementsorte
Dem Portlandzement werden Hüttensand, Flugasche, getemperte Tone oder Kalkstein in unterschiedlichen Mengen zugemahlen, dadurch entstehen die verschiedenen Zementsorten, und die erforderlichen Eigenschaften der Zemente werden damit gesteuert.
Zementstein
ist ausgehärteter Zementleim
Zumahlstoffe
Mineralische Bestandteile (z. B. Hüttensand, getemperte Tone), die dem Klinker beim Mahlen beigemischt werden, um gezielt Produkteigenschaften zu steuern und die CO₂-Bilanz des Zements zu verbessern.