Die Pierre und Colette Soulages Grundschule in Montpellier zeigt, wie ein historischer Bestand durch präzise Reduktion in einen zeitgemäßen Bildungsbau überführt werden kann. Statt das Gebäude zu überformen, entschieden sich die Planer für einen subtraktiven Ansatz: Dichte wurde zurückgenommen, wertvolle Elemente freigelegt und neue Eingriffe bewusst dosiert gesetzt.
Besonders eindrücklich ist die ehemalige Kapelle, deren später eingezogenes Zwischengeschoß entfernt wurde. Die freigelegte und sanierte Betonrippendecke macht die bauliche Geschichte wieder sichtbar, während neue technische Systeme unauffällig integriert wurden. Beton wird dabei nicht nur erhalten, sondern auch dort eingesetzt, wo Erweiterungen und Anpassungen konstruktiv notwendig sind.
Das Ergebnis ist ein Schulbau, der Licht, Luft und historische Tiefe zurückgewinnt. Er zeigt exemplarisch, wie Bestand, Beton und Bildungsarchitektur zu einer neuen, klar lesbaren Einheit werden können. Ein eindruckvolles Projekt nachzulesen im Magazin Zement + Beton 1/26.