Landesbibliothek Stuttgart – Erweiterungsbau mit Sichtbeton und Betonteilaktivierung

Große Spannweiten und thermische Masse prägen den Bibliotheksbau

Die Erweiterung der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart nutzt Beton konsequent als konstruktives und architektonisches Leitmaterial. Aufgrund der hohen Lasten des Bibliotheksbetriebs bot sich eine tragende Betonstruktur an, die zugleich Fassade, Raumwirkung und Dauerhaftigkeit bestimmt.
Besonders markant ist die vor Ort gegossene Sichtbetonschale der Fassade. Ihre Pigmentierung, die sichtbaren Schalungsspuren und die handwerklich präzise Ausführung geben dem Bau eine ruhige, aber eigenständige Materialität. Innen setzt sich dieser Ansatz fort: Sichtbeton, weite Spannweiten und sorgfältig ausgeführte Treppen und Träger prägen die räumliche Qualität.
Auch energetisch arbeitet der Baustoff mit. In den massiven Decken liegt eine Betonteilaktivierung, die zusammen mit Geothermie und Abwasserwärmetauscher ein effizientes Heiz- und Kühlsystem ermöglicht. Damit wird die Bibliothek zu einem Success Case für Beton im Kultur- und Bildungsbau – dauerhaft, leistungsfähig und architektonisch präzise. Nachzulesen im Magazin Zement + Beton 1/26.

Projektüberblick

Die Erweiterung der Württembergischen Landesbibliothek zeigt Beton in fast allen seinen architektonischen Rollen: als Tragwerk, Fassade, Raumoberfläche und thermische Speichermasse. Der Bau ergänzt den Bestand mit klarer städtebaulicher Haltung und hoher räumlicher Präzision.

Herausforderung

Die Lage an einer stark befahrenen Straße, hohe Lasten aus der Bibliotheksnutzung und der Anspruch an eine langlebige, ruhige Architektur machten das Projekt konstruktiv und städtebaulich besonders anspruchsvoll.

Lösung & Konstruktion

Die Lösung ist ein kompakter Bibliotheksbau mit tragender Betonstruktur und vor Ort gegossener Sichtbetonschale. Weitspannende Träger, sorgfältig ausgeführte Sichtbetontreppen und massive Decken verbinden Dauerhaftigkeit mit architektonischer Klarheit.

Material & Technologie

Beton dominiert im gesamten Projekt: Fassade, Tragwerk und Innenräume werden sichtbar belassen. In die dicken Decken ist eine Betonteilaktivierung integriert, die mit Geothermie und Abwasserwärmetauscher das Heizen und Kühlen unterstützt.

Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit liegt nicht nur in der Gebäudetechnik, sondern vor allem in der Dauerhaftigkeit. Robuste, pflegeleichte und hochwertig verarbeitete Betonoberflächen sind auf eine sehr lange Lebensdauer ausgelegt.

Wirkung & Nutzen

Das Projekt zeigt, wie Beton in einem Bibliotheksbau Lasten, Klima, Materialität und städtebauliche Präsenz zugleich lösen kann. Die Erweiterung wird so zu einem Referenzfall für langlebige Bildungs- und Kulturbauten.

Stimmen zum Projekt

„Hier wird Beton nicht verkleidet, sondern mit hoher Präzision als Tragwerk, Hülle und klimatisch wirksame Masse eingesetzt.“

Projektdaten
Projekt
Erweiterung Württembergische Landesbibliothek
Ort
Stuttgart,
Deutschland
Bauherr
Vermögen und Bau Baden-Württemberg Stuttgart
Architekt
LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei
Gebäudetyp
Bibliothek / Kultur- und Bildungsbau
Betontechnologie
Besonderheiten
Erweiterungsbau an stark belasteter innerstädtischer Lage; hohe Lasten aus Bibliotheksnutzung; Sichtbetonfassade mit Titanoxid-Pigmentierung; Geothermie und Abwasserwärmetauscher.