Parkhäuser Muharraq: Betonkonstruktion mit besonderem Raumerlebnis

Fließende Geometrie verbindet Tragwerk, Bewegung und Raum

Die Parkhäuser Muharraq sind ein außergewöhnlicher Success Case für Infrastruktur aus Beton. Statt standardisierter Rampen und Ebenen prägen hier gebogene und geneigte Decken das gesamte Projekt – nachzulesen im Magazin Zement + Beton 1/26. Sie verbinden die Geschosse fließend miteinander und machen das Fahren selbst zum räumlichen Erlebnis.
Konstruktiv setzt das Projekt auf eine radikale Klarheit: Die freiliegende Tragstruktur besteht im Wesentlichen aus Deckenplatten und Stützen. Diese Reduktion erfordert höchste Präzision in Geometrie, Aussteifung und Schalung. Gerade darin zeigt sich die Stärke von Beton als Baustoff für komplexe Infrastruktur.
Die Parkhäuser verbinden Funktion, Stadtraum und architektonische Identität. Sie zeigen, dass Beton im Infrastrukturbau nicht nur leistungsfähig und robust ist, sondern auch Räume von hoher Eigenständigkeit erzeugen kann.

Projektüberblick

Die Parkhäuser in Muharraq machen Beton zur räumlichen Bewegung. Gebogene, geneigte und fließend ineinander übergehende Decken verbinden die Ebenen ohne konventionelles Rampensystem und schaffen ein außergewöhnliches infrastrukturelles Raumerlebnis.

Herausforderung

Gefordert war ein Parkhaus, das sich in einen sensiblen historischen Kontext einfügt und dennoch hochfunktional arbeitet. Gleichzeitig musste eine komplexe räumliche Geometrie konstruktiv präzise umsetzbar bleiben.

Lösung & Konstruktion

Die Lösung basiert auf Deckenplatten und Stützen als freigelegtem Tragwerk. Die Decken verändern kontinuierlich ihre Geometrie und übernehmen zugleich die Funktion der Rampen, wodurch jede Ebene als Teil eines durchgehenden Raumkontinuums lesbar wird.

Material & Technologie

Beton wird als hochpräzises Formmaterial eingesetzt: gebogene Decken, Fertigteilstützen, sichtbare Treppen und Schächte sowie eine auf konventionellen Schalungselementen basierende, digital gesteuerte Schalungslogik.

Nachhaltigkeit

Die Tragstruktur reduziert sich auf ein präzises, robustes System aus Decken und Stützen. Der Materialeinsatz folgt der Geometrie und Funktion, während die sichtbare Konstruktion dauerhaft und wartungsarm ausgeführt ist.

Wirkung & Nutzen

Das Projekt zeigt, wie Infrastruktur weit über reine Funktion hinausgehen kann. Die Parkhäuser werden zu architektonischen Stadträumen und demonstrieren die konstruktive und räumliche Leistungsfähigkeit von Beton.

Stimmen zum Projekt

„Hier wird das Parkhaus nicht verkleidet, sondern aus seiner Betonkonstruktion heraus als Raum und Bewegung entworfen.“

Projektdaten
Projekt
Parkhäuser Muharraq
Ort
Muharraq,
Bahrain
Bauherr
Bahrain Authority for Culture and Antiquities
Architekt
Christian Kerez
Gebäudetyp
Parkhaus / Infrastruktur
Betontechnologie
Besonderheiten
Vier Parkhäuser als Teil des Pearl Path; Decken fungieren zugleich als Rampen; komplexe Schalungsgeometrie mit tausenden Schnitten.