Die Erweiterung der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart nutzt Beton konsequent als konstruktives und architektonisches Leitmaterial. Aufgrund der hohen Lasten des Bibliotheksbetriebs bot sich eine tragende Betonstruktur an, die zugleich Fassade, Raumwirkung und Dauerhaftigkeit bestimmt.
Besonders markant ist die vor Ort gegossene Sichtbetonschale der Fassade. Ihre Pigmentierung, die sichtbaren Schalungsspuren und die handwerklich präzise Ausführung geben dem Bau eine ruhige, aber eigenständige Materialität. Innen setzt sich dieser Ansatz fort: Sichtbeton, weite Spannweiten und sorgfältig ausgeführte Treppen und Träger prägen die räumliche Qualität.
Auch energetisch arbeitet der Baustoff mit. In den massiven Decken liegt eine Betonteilaktivierung, die zusammen mit Geothermie und Abwasserwärmetauscher ein effizientes Heiz- und Kühlsystem ermöglicht. Damit wird die Bibliothek zu einem Success Case für Beton im Kultur- und Bildungsbau – dauerhaft, leistungsfähig und architektonisch präzise. Nachzulesen im Magazin Zement + Beton 1/26.