Vereinigung der österreichischen Zementindustrie: CO2-Neutralität und Kreislaufwirtschaft

Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, VÖZ, beweist mit ihrer soeben präsentierten Roadmap Weitblick und zeigt ihre Innovationsenergie für eine klimafit gebaute Umwelt: „Nachhaltig und vorausschauend haben wir uns in den vergangenen Jahren in Richtung CO2-Neutralität und Kreislaufwirtschaft engagiert – die ersten Früchte können wir bereits ernten: „Die Bauteilaktivierung etabliert sich im mehrgeschoßigen Wohnbau wie auch bei Bürobauten und hat angesichts der aktuellen Hitzewelle ihr Potenzial gezeigt. Die innovative Technologie wird als Klimaschutzmaßnahme bereits in einigen Bundesländern wie auch vom Klima- und Energiefonds gefördert. Die Zementproduktion reduziert ihren CO2-Ausstoß laufend und zukünftig werden Treibhausgase zu neuen Werkstoffen – Stichwort Carbon-to-Product – weiterverarbeitet werden können, womit die Zementindustrie in puncto Kreislaufwirtschaft eine steile Vorgabe für andere Industriebranchen liefert“, so Sebastian Spaun, Geschäftsführer VÖZ, in seinem Resümee über das Jahr 2021. Kreislaufwirtschaft ist eines der wichtigen Stichworte der Zukunft, die Zementindustrie liefert dazu einen wertvollen Beitrag: Zement und Beton können zu 100 Prozent wiederverwendet werden.

Bilanz 2021

Das Jahr 2021 war nach der Corona-Zeit kein einfaches Jahr: Es war gekennzeichnet durch verunsicherte und sehr vorsichtige Auftraggeber, durch Lieferengpässe und extreme Preisschwankungen, die sich 2022 nahtlos fortsetzten. „Die durch den Ukraine-Krieg enorm gestiegenen Strom- und Betriebsmittelpreise setzen unsere Mitgliedsunternehmen zusätzlich unter Druck. Doch auch diesbezüglich punkten die Baustoffe Zement und Beton: Regional hergestellt benötigen die weltweit am meisten verwendeten Materialien keine Rohstoffe aus dem Ausland und können so weiterhin pünktlich geliefert werden“, so Spaun.
2021 erwirtschaftete die österreichische Zementindustrie einen Umsatz von 517,5 Mio. Euro – um 12,5 Prozent mehr als 2020. Insgesamt produzierten die acht Zementwerke 2021 an die 5,6 Millionen Tonnen Zement – das sind 6,5 Prozent mehr als im Jahr 2020. Spannend ist ein Blick auf die Brennstoffe: insgesamt wurden 2021 über 75 Prozent der fossilen Energieträger durch Ersatzbrennstoffe (Sägemehl, Altholz, Gummiabfälle, heizwertreiche Fraktion, landwirtschaftliche Rückstände) substituiert. Auf ebenfalls hohem Niveau befindet sich zudem die Ressourcenschonung: Pro Tonne Zement wurden bereits 447 Kilogramm an alternativen Materialien einer neuerlichen Verwertung zugeführt. Verbesserungen gab es zudem bei der Emission von Luftschadstoffen, beispielsweise wurde bei Staub eine Reduktion um 12 Prozent im Vergleich zu 2020 erzielt. Auch die bahnverladenen Frachten sind das vierte Jahr in Folge gestiegen. Diese Zahlen spiegeln sich auch in den Anlageinvestitionen der Werke wider: 2021 wurde 66,7 Millionen Euro in Anlagen investiert (2020 waren es 49,2). Der Mitarbeiterstand stieg von 1.199 (2020) auf 1.217 im Jahr 2021 (+1,5 Prozent), die Lehrlingszahlen stiegen um 2,8 Prozent und die Anzahl an Frauen um 2,3 Prozent.
Das Umsatzplus ist vor allem auf den Hochbau, insbesondere den Wohnungshochbau zurückzuführen – im Tiefbau zeigt sich die Auftragslage abgesehen von Großprojekten wie U-Bahn- und anderen Tunnelbauten eher rückläufig.
Die Kennzahlen 2021 (https://jahresbericht.zement.at/kennzahlen) belegen die Bemühungen der österreichischen Zementindustrie.

Raus aus fossiler Energie

Der Ukraine-Krieg hat die Nachteile der Globalisierung aufgezeigt – die Abhängigkeit von fossiler Energie muss schnellstmöglich reduziert werden. „Die ersten österreichischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen bekennen sich bereits zu null fossiler Energie als Ziel – wir haben als VÖZ in unserer Roadmap die Latte ebenso hochgelegt: CO2-Neutralität bis 2050. Die klimafreundliche Herstellung von klimafitten Zementen wie auch die Speicherfähigkeit von Beton sind die Highlights des Bündels an Maßnahmen, das sich an der Roadmap der europäischen Zementindustrie und deren 5-C-Strategie orientiert“, erläutert Spaun.
Für all die Bemühungen benötigt Österreich Strom – hier ist die Politik gefordert, die entscheidenden Weichen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen oder auch für die Bereitstellung von Wasserstoff zu stellen. Die neue Werbekampagne von Beton Dialog Österreich erregt bereits viel Aufmerksamkeit – das freut Spaun besonders: „Wir schlagen Brücken in eine klimaneutrale Zukunft und laden alle Stakeholder wie auch die Politik und Industrie ein, mit uns in Dialog zu treten, denn Klimaschutz geht uns alle etwas an.“

Neuer VÖZ-Präsident

Nach 14 Jahren begibt sich Rudolf Zrost in seiner Funktion als Vorsitzender der VÖZ in den wohlverdienten Ruhestand. Für ihn, der seit 2022 ebenso als Geschäftsführer von Leube in Pension ist, waren die Jahre in der sogenannten Standesvertretung der Zementindustrie spannend und zugleich fordernd: „Keinen Tag möchte ich missen, und gerade die vergangenen Monate haben uns gezeigt, der Weg, den wir als VÖZ bereits vor über zehn Jahren eingeschlagen haben, ist zukunftsweisend: Raus aus Gas, hin zum Heizen und Kühlen ohne fossiler Energie und runter mit den CO2-Emissionen in der Produktion. Da haben wir viel geschafft, und ich bin stolz, Teil der Klimaschutzaktivitäten gewesen zu sein und bei einigen Meilensteinen mitgewirkt zu haben“, so Rudolf Zrost. Sein Engagement würdigte das Vorstandsgremium der VÖZ mit der Verleihung der Ehrenpräsidentschaft.
Im Rahmen der Sommersitzung der VÖZ wurde einstimmig sein Nachfolger gewählt: Berthold Kren – bis Mitte 2020 war er bei Holcim für Indien und Asien verantwortlich – ist vor rund zwei Jahren als Chef von Lafarge erneut in Wien gelandet und bringt nun neben seinen internationalen Erfahrungen sein Know-how für eine rasante Weiterentwicklung des Baustoffs Beton als Vorsitzender ein. Zu seinem Stellvertreter wurde Heimo Berger von Leube gewählt.
Berthold Kren will die Schwerpunkte Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft mit vollem Elan und über Österreichs Grenzen hinaus weiter ausbauen: „Klimaneutralität ist die einzige Chance zur Rettung unseres Planeten, die wir haben – wir nehmen das Thema ernst und werden in den kommenden Jahren eine Vielzahl an Pilotprojekten starten.“ Der geborene Steirer ist Absolvent der Montanuniversität Leoben, mit Fokus Umweltschutz – seit 2005 ist er für Holcim tätig.

Vorbildlicher Tower

AustroTowerAustro Tower. Foto: © ATP-György Palkó und SORAVIA

Die Bilanzpressekonferenz, in deren Rahmen auch der neue VÖZ-Vorsitzende Berthold Kren vorgestellt wurde, fand in einem topaktuellen Vorzeigebeispiel für den klugen Einsatz von Beton statt: im Austro Tower, in den Räumlichkeiten der österreichischen Flugsicherung und Luftfahrtbehörde Austro Control. Das 135 Meter hohe Bürohochhaus ist der neue Standort von Soravia, Asfinag und Austro Control. Soravia entwickelte das neue Wahrzeichen am Wiener Donaukanal gemeinsam mit der Arge AZPML-Share architects, die Ausführungsplanung stammt von ATP Wien. Wahrzeichen ist das Bauwerk auch im Sinn des Klimaschutzes. Die Gebäudetechnik ist zukunftsweisend: Geheizt und gekühlt wird, wie auch beim benachbarten TrIIIple-Ensemble, mit dem Wasser aus dem Donaukanal, die Bauteilaktivierung sorgt für ein Rundum-Wohlfühlklima in allen 38 Stockwerken. Der Austro Tower ist nach Leed und durch die ÖGNI mit Platin zertifiziert. „Das Projekt zeigt, wie vielfältig Beton ist – in die Höhe gebaut, schont die Bauweise die wertvolle Ressource Boden und minimiert die Versiegelung. Die Nutzung des Donaukanalwassers stellt ebenso eine richtungsweisende Innovation dar – da ist die Aktivierung der 30 Zentimeter dicken Betondecken noch eine besondere Draufgabe in Richtung klimafitte Zukunft“, zeigte sich Berthold Kren bei der exklusiven Führung durch den Austro Tower begeistert.

 

 

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Rückfragen

Dipl.-Ing. Claudia Dankl
Zement+Beton Handels- und Werbeges.m.b.H.
TU Wien Science Center, Franz-Grill-Straße 9, O 214, 1030 Wien
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www.zement.at

 
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